Menü

Putin zu Hacker-Angriffen: Vielleicht waren es Freigeister

Bei einem Interview räumte Wladimir Putin die rein theoretische Möglichkeit ein, dass russische Hacker aus "Patriotismus" in den US-Wahlkampf eingegriffen haben könnten – aber definitiv ohne offiziellen Auftrag.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 318 Beiträge

(Bild: Vladimir Putin auf dem World Economic Forum 2009)

Von

Bisher hatte der russische Präsident Wladimir Putin immer beteuert, dass Russland nicht mit digitalen Einbrüchen in die US-Wahlen eingegriffen habe. Bei einer Fragestunde im Rahmen des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg klang seine Position erstmals weniger entschieden.

In einem unter anderem von RadioFreeEurope veröffentlichten und untertitelten Ausschnitt erklärt Putin unter anderem: "Hacker sind freie Menschen – wie Künstler". Angesichts der Nachrichten könne es durchaus vorkommen, dass sie aus patriotischen Gefühlen heraus versuchen, einen aus ihrer Sicht "gerechten Beitrag" zu leisten – für den "Kampf gegen jene, die schlecht über Russland sprechen." Das sei zumindest theoretisch möglich.

Allgemein zeigte sich Putin aber überzeugt, dass Hacker grundsätzlich keine in Europa, Asien oder Amerika stattfindende Wahl beeinflussen können. Und dann ganz deutlich: "Die russische Regierung unterstützt solche Hacker in keinster Weise." Im Gegenteil: Man versuche, derartigen Aktionismus in Russland zu bekämpfen. Der New York Times zufolge antwortete Putin damit auf eine Frage nach dem Verdacht, dass Russland versuchen könnte, den deutschen Wahlkampf zu beeinflussen.

Die Fragestunde fand vor Vertretern internationaler Nachrichtenagenturen statt. Putin fand dabei auch anerkennende Worte für seinen Amtskollegen Donald Trump, der die Weltpolitik "mit frischen Augen" betrachte.

Im vergangenen Oktober beschuldigten die US-Sicherheitsbehörde NSA und der Heimatschutz DHS die russische Regierung direkt, die Präsidentschaftswahlen stören zu wollen. Mehrere Mails der US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton drangen im Wahlkampf über Wikileaks an die Öffentlichkeit; sie soll ein privates Mail-Konto auch dienstlich genutzt haben. Diese Vorwürfe wurden Clinton bis zur Wahl angelastet, worin sie einen maßgeblichen Grund für ihre Niederlage sah. (ghi)