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Qimonda stellt Insolvenzantrag [Update]

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Der krisengeschüttelte Speicherchiphersteller Qimonda ist pleite. Das Unternehmen habe Insolvenzantrag beim Amtsgericht München gestellt, sagte eine Sprecherin des Amtsgerichts München gegenüber dpa. Es sei ein Eigenantrag eingegangen. Dieser müsse jetzt eingetragen werden, über das weitere Vorgehen müsse dann der zuständige Richter entscheiden.

Qimonda mit weltweit 13.000 Beschäftigten und Standorten in Dresden, München und Porto leidet seit langem unter dem dramatischen Preisverfall bei DRAM-Speicherchips und der Konkurrenz aus Fernost. Seit Wochen kämpft das Unternehmen ums Überleben. Gestern war bekannt geworden, dass die Infineon-Tochter Qimonda noch mehr frisches Geld braucht. Das Unternehmen habe in den Verhandlungen über staatliche Bürgschaften mitgeteilt, dass es kurzfristig einen zusätzlichen Finanzbedarf von 300 Millionen Euro gebe, hieß es aus Finanzkreisen.

[Update]:
Qimonda selbst erklärte mittlerweile zum Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens, der Vorstand sei bestrebt, wesentliche Unternehmensteile im Rahmen der Insolvenz zu sanieren. "Das deutsche Insolvenzrecht bietet die Chance, unseren bereits begonnenen Restrukturierungsprozess zu beschleunigen und das Unternehmen wieder auf eine solide Basis zu stellen", betonte Qimonda-Chef Kin Wah Loh. "Wir gehen davon aus, dass wir unseren Geschäftsbetrieb mit Unterstützung des vorläufigen Insolvenzverwalters sowie unserer Mitarbeiter im Sinne unseres Restrukturierungsprogramms fortführen können."

Qimonda gibt als Gründe für die nun manifeste Pleite des Unternehmens den "massive(n) Preisverfall in der DRAM-Industrie" an sowie den "dramatisch verschlechterten Zugang zu Finanzierungen auf den Kapitalmärkten, die die finanzielle Position von Qimonda in den letzten Monaten verschlechtert haben". Das von Sachsen, Infineon und Portugal geschnürte Finanzierungspaket sei "trotz intensiver, jedoch äußerst komplexer Verhandlungen sowie zugesagten Finanzierungshilfen von Kunden in den vergangenen Tagen und Wochen nicht rechtzeitig abgeschlossen" worden. Außerdem habe sich erhöhter Finanzierungsbedarf ergeben, erklärt Qimonda, der durch Verzögerung der Verhandlungen, die damit ausgebliebenen Investitionen in Produktivitätsverbesserungen und den Preisverfall im Dezember Quartal ausgelöst worden sei.

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(anw)