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Qualcomm: Apple-Effekt war nur kurzlebig

Das laufende Quartal des Mobilfunkchipspezialisten fällt schlechter aus als erwartet. Der Geldsegen vom iPhone-Hersteller endet.

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Qualcomm hat sich im Frühjahr mit Apple geeinigt.

(Bild: dpa, Christoph Dernbach)

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Qualcomm enttäuscht die Wall Street. Nach einem schlechteren Ausblick auf das laufende Geschäftsquartal verlor die Aktie des Anbieters von Mobilfunkchips im nachbörslichen Handel mehr als fünf Prozent. Der Effekt, den die große Einigung im Patentstreit mit Apple aus dem vergangenen Frühjahr brachte, scheint zu verpuffen.

So rechnet Qualcomm für das noch bis Ende September laufende vierte Geschäftsquartal mit Erlösen zwischen 4,3 und 5,1 Milliarden US-Dollar – das wäre ein Rückgang von bis zu 26 Prozent im Jahresvergleich. Beim Gewinn pro Aktie geht Qualcomm von bis zu 0,75 Dollar aus, während Analysten mit mehr als einem Dollar gerechnet hatten.

Das dritte Geschäftsquartal ist noch voll von der Beilegung des Patentstreits mit Apple geprägt. Qualcomm beziffert den positiven Effekt der Einigung auf 4,7 Milliarden Dollar durch Zahlungen von Apple und den Wegfall von Verpflichtungen beim iPhone-Konzern und seinen Auftragsfertigern. Von Apple und den Herstellern bekam Qualcomm im vergangenen Quartal nun auch wieder Gelder für Patentlizenzen.

Der Geldregen von Apple stand jedoch eine zusätzliche Steuerzahlung von 2,5 Milliarden nach einer Vereinbarung mit der US-Steuerbehörde IRS gegenüber. Danach sprang der Gewinn im Jahresvergleich immer noch von 1,2 auf 2,1 Milliarden Dollar hoch. Der Umsatz stieg dank dem Einmal-Effekt der Einigung mit Apple um 73 Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar.

Die Quartalszahlen zeigen erneut, wie wichtig und lukrativ für Qualcomm das Geschäft mit Patentlizenzen ist. Es warf bei einem Umsatz von knapp 1,3 Milliarden Dollar fast 900 Millionen Dollar operativen Gewinn ab. Beim Chipverkauf kam Qualcomm unterdessen auf ein operatives Ergebnis von 504 Millionen Dollar bei knapp 3,57 Milliarden Dollar Umsatz.

Regulierer unter anderem in den USA sehen ein Problem darin, dass Qualcomm den Erwerb von Patentlizenzen als Voraussetzung für Chip-Lieferungen fordert. Apple warf dem Chipkonzern überhöhte Preis und unfairen Wettbewerb vor, ging dann aber mitten in einem wichtigen Prozess einen Vergleich ein. Mittlerweile arbeitet der iPhone-Hersteller allerdings fieberhaft daran, eigene Modems zu entwickeln. So übernahm Apple gerade Intels Funkchipabteilung für eine Milliarde Dollar – und will bis 2021 selbst 5G-Chips produzieren lassen. (bsc)