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Qualcomm Snapdragon 1000 für Notebooks mit Windows 10

Noch sind Notebooks mit dem Snapdragon 850 nicht auf dem Markt, da schießen Spekulationen über einen Snapdragon 1000 ins Kraut.

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Asus NovaGo

Lenovo-Convertible mit Snapdragon 835 auf dem MWC.

(Bild: heise online)

Während die schon 2016 erstmals angekündigten Always Connected PCs mit Snapdragon 835 hierzulande noch immer nicht erhältlich sind, tauchen teils widersprüchliche Gerüchte über den Nach-Nachfolger Snapdragon 1000 auf. Dieser Qualcomm-Chip soll jedenfalls deutlich mehr Rechenleistung liefern als der in einigen Windows-10-Notebooks von HP und Asus eingesetzte Snapdragon 835 und dessen Anfang Juni angekündigter Nachfolger Snapdragon 850. Letzterer ist eine Variante des bereits in Spitzen-Smartphones verbauten Snapdragon 845.

Erste Spekulationen über den Snapdragon 1000 alias SDM1000 tauchten bereits im April auf, seinerzeit allerdings im Zusammenhang mit dem ebenfalls nie offiziell angekündigten Microsoft Surface Phone. Letzteres entwickelt Microsoft möglicherweise unter dem Codenamen Andromeda und es könnte ein faltbares Display haben – alles andere als eine neue Idee, die vor rund zehn Jahren schon als Microsoft "Project Courier" diskutiert wurde.

Nun berichtet die Webseite Winfuture.de, beim SDM1000 handele es sich um einen Chip mit vergleichsweise hoher Thermal Design Power (TDP) und recht großer Siliziumfläche. Es wird spekuliert, der SDM1000 biete wesentlich mehr Rechenleistung als Vorgänger wie Snapdragon 850/845 und 835, die zwar unter Android sehr gut abschneiden, unter Windows 10 aber nicht.

Eine besonders hohe nominelle Leistungsaufnahme unter Volllast steht allerdings im Kontrast zu den älteren Spekulationen um ein wohl eher kompaktes Surface Phone. Außerdem muss eine größere Chipfläche nicht unbedingt dem CPU-Teil eines komplexen System-on-Chip (SoC) zu Gute kommen: Denkbar sind auch eine stärkere GPU oder ein Modem für kommende 5G-Netze. Laut TechnInsights belegt das LTE-Modem X20 im Snapdragon 845 ähnlich viel Die-Fläche wie die Kryo-Rechenkerne oder auch die Adreno-GPU.

Für leistungsfähigere Notebooks oder gar Desktop-PCs wären auch PCIe-(3.0-)Lanes nötig, um andere Komponenten anbinden zu können, etwa diskrete Grafikprozessoren oder NVMe-SSDs. Snapdragon 835 und 850 binden Flash-Speicher per eMMC oder UFS statt per SATA 6G an.

Wahrscheinlich ist jedenfalls, dass ein 2019 kommender Snapdragon 1000 neue ARM-Rechenkerne vom Typ Cortex-A76 enthält, die laut ARM deutlich leistungsfähiger sein sollen als der aktuelle Cortex-A75. Laut ARM arbeitet aber nicht nur Qualcomm an Cortex-A76-Chips für Windows-10-Geräte.

In den vergangenen Wochen sind zudem Hinweise auf neue Windows-10-Mobilgeräte mit ARM-SoCs aufgetaucht, darunter außer dem Microsoft Andromeda etwa Asus Primus und Dell Januss. Falls diese Produkte noch 2018 auf den Markt kommen sollen, werden sie wohl eher mit Snapdragon 850 als mit Snapdragon 1000 bestückt sein.

Bisher ist Windows auf ARM-Hardware keine Erfolgsgeschichte: Windows Mobile ist tot, Windows RT ebenfalls und die neuen Always Connected PCs mit Snapdragon 835 und Windows 10 rechnen lahm und sind nur in wenigen Ländern überhaupt erhältlich.

Doch Microsoft scheint wild entschlossen, Windows auf ARM-Hardware zu bringen, etwa auch auf ARM-Servern in der Azure-Cloud läuft Windows. Nach weiteren Spekulationen könnte die zweite Version der AR-Brille Hololens 2 ebenfalls mit dem Qualcomm XR1 statt eines Intel-Chips bestückt sein. (ciw)