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Qualcomm: Südkoreanisches Kartellamt verhängt massive Strafe

Qualcomm muss sich mit einer weiteren Strafzahlung quälen: Die Kartellbehörde in Südkorea hat dem US-Chiphersteller umgerechnet 814 Millionen Euro Strafe aufs Auge gedrückt.

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Qualcomm-CEO Steven Mollenkopf hat wenig Grund zur Freude über die Entscheidung der südkoreanischen Kartellwächter.

(Bild: dpa, Andrew Gombert)

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Die südkoreanische Kartellbehörde KFTC hat gegen den US-Chipentwickler und-hersteller Qualcomm eine Rekordstrafe in Höhe von 1,03 Billionen Won (entspricht derzeit etwa 814 Millionen Euro) verhängt, wie Bloomberg berichtet. Demnach hat der Konzern in Südkorea seine Marktposition missbraucht. Die KFTC befand, Qualcomm habe wichtige Patente nur an Smartphone-Hersteller lizenziert, auf angemessene Verhandlung der Lizenzbedingungen verzichtet und andere Hersteller für die Nutzung von deren Patenten nicht fair bezahlt. Zudem soll Qualcomm seine Kunden genötigt haben, parallel zum Einkauf von Chips auch Patentlizenzierungsabkommen zu unterzeichnen.

Die Entscheidung der KFTC ist noch nicht rechtskräftig. Qualcomm will die Strafe nicht akzeptieren und hat angekündigt, vor dem Obergericht in Seoul Berufung dagegen einzulegen.

Nicht nur in Südkorea muss Qualcomm sich mit Vorwürfen über seine Preispolitik auseinandersetzen. Vor knapp zwei Jahren wurde der Hersteller in China zu einer Strafzahlung von umgerechnet 882 Millionen Euro verdonnert. Anders als diesmal ging Qualcomm allerdings nicht gegen die Entscheidung vor. Auch in der EU hat man ein Auge auf das Geschäftsverhalten des Unternehmens geworfen. (jss)