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Qualcomm: Umsatzrückgang wegen Apple und chinesischem Smartphone-Markt

Qualcomm kämpft mit einem starken Umsatzrückgang. Der Patentstreit mit Apple und der rückgängige Absatz von Smartphones in China setzen dem Unternehmen zu.

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Qualcomm

(Bild: dpa, Andrej Sokolow)

Beim Chipkonzern Qualcomm lastet neben dem Dauerstreit mit Apple nun auch die Abschwächung des großen chinesischen Smartphone-Marktes auf dem Geschäft. Im vergangenen Quartal schrumpfte der Umsatz im Jahresvergleich um ein Fünftel auf 4,8 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 4,19 Milliarden Euro. Ein Auslöser dafür seien schlechtere Verkäufe einiger Chips in China gewesen, sagte Finanzchef George Davis in einer Telefonkonferenz mit Analysten in der Nacht zum Donnerstag. Für das laufende Quartal stellt sich Qualcomm auf einen weiteren Umsatzrückgang ein.

Qualcomm verbuchte laut Geschäftsbericht in dem Ende Dezember abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal einen Gewinn von 1,1 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor hatte es rote Zahlen von 6 Milliarden Dollar gegeben – Grund dafür waren allerdings die Einmalabgabe auf Auslandsgewinne nach der US-Steuerreform sowie eine Wettbewerbsstrafe in der EU.

Qualcomm ist der wichtigste Anbieter von Prozessoren für Android-Smartphones und stark im Geschäft mit Telekommunikations-Chips. Zugleich hält der Konzern viele Patente auf diverse Techniken, für die das Unternehmen kostenpflichtige Lizenzen vergibt.

Dieses Geschäftsmodell wird aktuell von Apple sowie der US-Wettbewerbsbehörde FTC angegriffen. Sie werfen Qualcomm unter anderem vor, Chip-Kunden zu teuren Techniklizenzen zu drängen. Qualcomm-Chef Steve Mollenkopf bekräftigte die Erwartung, dass der Patentstreit mit Apple im laufenden Jahr entweder vor Gericht oder durch eine Einigung beendet wird. Im April soll ein Prozess zwischen den beiden Unternehmen in Kalifornien beginnen.

Qualcomm bekommt seit mehreren Quartalen kein Geld mehr von iPhone-Auftragsfertigern. Qualcomm spricht von einem Schuldenberg von 7 Milliarden Dollar, den Apple angehäuft haben soll. In Deutschland hat Qualcomm ein Verkaufsverbot von iPhone 7, 8 und X erwirkt. Apple wird vorgeworfen, in den iPhones Patente zu verletzen, die den Stromverbrauch von Telekommunikationschips anpassen, damit der Akku länger hält.

In Qualcomms Chip-Sparte sank der Quartalsumsatz um ein Fünftel auf 3,74 Milliarden Dollar. Die Zahl ausgelieferter Chips fiel um 22 Prozent auf 186 Millionen. Die Sparte mit dem Lizenzgeschäft verbuchte ebenfalls einen Umsatzrückgang von 20 Prozent auf gut eine Milliarde Dollar. Qualcomm setzt unter anderem auf den nächsten superschnellen Datenfunk-Standard 5G, um das Geschäft wieder anzukurbeln. (olb)

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