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Qualcomm schneidet nicht so schlecht ab wie befürchtet

Rechtsstreitigkeiten und Strafen belasten die Bilanzen von Qualcomm. Apple klagt mittlerweile in drei Ländern gegen den Konzern. Analysten hatten aber schlechtere Quartalsergebnisse erwartet. Der Qualcomm-Kurs legte nachbörslich zu.

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Qualcomm

(Bild: dpa, Andrew Gombert)

Der in mehrere Rechtsstreitigkeiten verwickelte US-Chipspezialist Qualcomm hat im zweiten Geschäftsquartal deutlich weniger verdient und umgesetzt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich sank der Gewinn um 36 Prozent auf 700 Millionen US-Dollar, wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz fiel um 10 Prozent auf 5 Milliarden Dollar. Analysten hatten bei beiden Größen allerdings mit noch Schlimmerem gerechnet. Im nachbörslichen Handel legte der Qualcomm-Kurs daher deutlich um fast 3 Prozent zu.

Zuletzt war der vor der Übernahme des Infineon-Konkurrenten NXP stehende Konzern dazu verurteilt worden, an den Smartphone-Pionier Blackberry 815 Millionen US-Dollar zu zahlen, wobei die Summe noch höher ausfallen kann. Der endgültige Entschädigungsbetrag soll nach einer weiteren Anhörung am 30. Mai festgelegt werden. Hintergrund sind überhöhte Gebühren für Patentlizenzen.

Ärger hat Qualcomm wegen ähnlicher Vorwürfe auch mit Apple. Der iPhone-Konzern hatte deshalb Anfang des Jahres in den USA, Großbritannien und in China Klage eingereicht. Mittlerweile hat Qualcomm mit einer Gegenklage gekontert. Das Unternehmen wirft Apple vor, Tatsachen zu verfälschen und Regulierer zu Attacken angestachelt zu haben.

Auch die US-Handelsbehörde FTC hat im Januar mit dem Vorwurf geklagt, Qualcomm habe Hersteller dazu genötigt, höhere Lizenzen für seine Patente zu zahlen. In der FTC-Klage wurde auch bekannt, dass Apple in den Jahren 2011 bis 2016 günstigere Konditionen von Qualcomm bekommen habe, für die Zusage, im iPhone keine Funkchips anderer Anbieter zu verwenden.

Qualcomm ist der weltweit größte Hersteller von Chips für Mobilgeräte wie Smartphones und Tablets. NXP ist noch vor dem deutschen Dax-Konzern Infineon führend bei Chips für die Autoindustrie und bietet etwa Lösungen für vernetzte und selbstfahrende Autos sowie Sicherheitssysteme an. Vor allem durch seine NFC-Funkchips für das kontaktlose Bezahlen etwa mit dem Smartphone ist die einstige Philips-Tochter bekannt.

Gemeinsam werde ein jährlicher Umsatz von mehr als 30 Milliarden Dollar und eine Führungsposition in Märkten wie dem Internet der Dinge, bei Sicherheitslösungen und der Zukunft des Automobils erwartet, hatte es bei der Ankündigung des Übernahmevorhabens geheißen. (kbe)

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