Menü

Qualcomm will angeblich Serverprozessor-Sparte aufgeben

Stilllegen oder verkaufen wolle Qualcomm seine Serverprozessor-Sparte, schreibt Bloomberg und beruft sich auf eine Insiderquelle.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 26 Beiträge
Qualcomm will angeblich Serverprozessor-Sparte aufgeben

Server-Prozessor Qualcomm Centriq 2400

Qualcomm plant angeblich, die Entwicklung und den Vertrieb von Server-Prozessoren mit ARM-Kernen einzustellen. Dies berichtet die US-Nachrichtenagentur Bloomberg und beruft sich dabei auf eine nicht näher genannte Quelle, der die internen Pläne der Firma bekannt seien. Demzufolge überlegt Qualcomm, den Geschäftsbereich stillzulegen oder zu verkaufen.

Kosten sparen außerhalb des Kerngeschäfts

Laut dem Bloomberg-Bericht dominiert Intel das Geschäft mit großen Rechenzentren – etwa von Google oder Amazon (Web Services) mit einem Marktanteil von 99 Prozent. Der Weg in diesen Markt ist schwer und mit hohen Kosten verbunden – Qualcomm-CEO Steve Mollenkopf erklärte im vergangenen Monat gegenüber Analysten, dass die Firma Ausgaben in Bereichen außerhalb des Kerngeschäfts reduzieren wolle. Im Januar versprach Qualcomm Investoren, dass das Unternehmen im Rahmen der Abwehr des feindlichen Übernahmeangebots von Broadcom die jährlichen Kosten um 1 Milliarde US-Dollar verringern wolle.

Die Übernahme von Qualcomm durch Broadcom scheiterte, da US-Präsident Trump diese im März 2018 unter HInweis auf US-amerikanische Sicherheitsinteressen untersagte. Es wäre mit einer Bietersumme von 146 Milliarden US-Dollar die größte Übernahme in der Geschichte der IT-Branche gewesen.

Centriq 2400 als konkurrenzfähige Server-Prozessoren

Erst im November vergangenen Jahres kündigte Qualcomm Server-Prozessoren der Serie Centriq 2400 an. Es gibt sie in drei Varianten: als 40-Kerner Centriq 2434, als 46-Kerner Centriq 2452 und als 48-Kerner Centriq 2460. Die Centriq-Prozessoren sollen Intels Server-Prozessoren Xeon Scalable Performance (Xeon-SP) in einigen Disziplinen schlagen, etwa bei der Rechenleistung pro Watt und Rechenleistung pro US-Dollar; außerdem sollen Centriq-Prozessoren im Leerlauf deutlich sparsamer sein. Doch Centriq konkurriert nicht nur mit Intels Xeon-Prozessoren, sondern auch mit dem Thunder X2 von Cavium (bis zu 54 ARMv8-Kerne) und dem Ampere A1 (32 ARM-v8-Kerne). (mfi)

Anzeige
Anzeige