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Quantenmechanik nur eine Spielart der Spieltheorie - oder umgekehrt

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Der erste Nachweis der Fernwirkung von verschränkten Photonen über 600 m quer über und unter der Donau

(Bild: Bild: Robert Ursin, Universität Wien)

John von Neumann ("Dr. Seltsam") hatte die Grundlagen der Spieltheorie geschaffen und die Verbindung zu Prinzipien in der Wirtschaft aufgezeigt. Nun haben Forscher der Universitäten von Bristol und Genf die enge Beziehung zwischen Quantenmechanik und Spieltheorie nachgewiesen. In einer Mitteilung weist die University of Bristol auf einen Artikel in Nature Communication hin: "Connection between Bell nonlocality and Bayesian Game Theory". Darin belegen der Physiker Dr. Nicolas Brunner und der Mathematiker Noah Linden einen engen Zusammengang zwischen der Bellschen Nichtlokalität und den Bayes-Spielen.

Das erste ist eine wichtige Eigenschaft der Quantenmechanik, die der nordirische Physiker Bell 1964 formulierte und die auf ein Paradoxon von Einstein, Podolsky und Rosen (EPR) aus dem Jahre 1934 aufbaut. Danach können quantenmechanische Vorgänge und Messungen durch weit entfernte unvorhersehbare Konstellationen beeinflusst werden. Inzwischen haben einige Experimente diese merkwürdige Fernwirkung auch nachgewiesen, insbesondere die verschränkten Photonen-Experimente des Wiener Physikers Anton Zeilinger über mehr als 100 km.

Bayes-Spiele, benannt nach dem englischen Mathematiker Thomas Bayes, sind Spiele mit unvollständiger Information, die auf Vermutungen und Wahrscheinlichkeiten über das mögliche Verhalten des Gegenspielers beruhen.

Insbesondere interessant für solche Spieler dürfte das Ergebnis der Arbeit von Brunner und Bayes sein: Überträgt man das Spielkonzept auf quantenmechanisch mit Verschränkungen arbeitende Quantenrechnern, so kann man klassisch arbeitende Gegenspieler "outperformen". Das dürfte weiteren Antrieb für Quantenrechner geben, wenn sich erst einmal die "spielende" Finanzwelt hier einmischt. (as)