Menü

Quantenrechner knackt Ramsey-Zahlen

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 116 Beiträge
Von

Der schleppende Fortschritt im Quantencomputing könnte nun vielleicht Fahrt aufnehmen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Zhengbing Bian und seinen Kollegen von der kanadischen Firma D-Wave Systems ist es gelungen, mit 84 Qubits so genannte Ramsey-Zahlen zu berechnen. Das anspruchsvolle Problem ist nach einem britischen Mathematiker benannt, der es 1930 erstmals in einem Aufsatz formuliert.

In dem Quantencomputer von D-Wave Systems, den die Forscher hierfür einsetzten, bestehen die Qubits aus supraleitenden Schleifen. In diesen fließt ein eingespeister Strom entweder im oder gegen den Uhrzeigersinn, und das, weil Supraleiter keinen elektrischen Widerstand zeigen, beliebig lange. Da die Schleifen Quantensysteme sind, existieren bis zu einer Messung beide Stromrichtungen überlagert, also gleichzeitig, und repräsentieren so "0" und "1". Die Berechnung besteht darin, dass manche der supraleitenden Schleifen magnetisch miteinander gekoppelt werden und man dann wartet, bis das System seine Gesamtenergie minimiert hat. Aus deren Wert lässt sich dann das Ergebnis ablesen.

Zuletzt war es um den Quantencomputer jedoch recht still geworden. Noch vor einigen Jahren wurde er als unerhörte Zukunftstechnologie gepriesen, die irgendwann wahnwitzige Berechnungen in Sekundenschnelle anstellen und heutige Rechner alt aussehen lassen würde. Was die ersten einfachen Quantencomputer in Forschungslaboren bisher demonstriert haben, ist jedoch nicht mehr als ein Proof of Principle.

Für D-Wave Systems könnte diese Arbeit nun ein wichtiger Meilenstein sein. Die kanadische Firma vermarktet seit mehr als vier Jahren einen 128-Qubit-Rechner für zehn Millionen Dollar. D-Wave Systems habe jedoch nicht zeigen können, dass die beschriebene, langsame Variante des Quantencomputings in dem System wirklich stattfinde, kritisiert Physiker.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)