Quantenzufallszahlen per Webservice

Forscher der Berliner Humboldt-Universität bieten im Web einen kostenlosen Dienst an, der Quantenzufallszahlen und daraus generierte Passwörter liefert. Softwareentwickler können per API auf den Service zugreifen.

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Von
  • Christian Kirsch

Auf demselben Prinzip wie ein kürzlich präsentiertes Produkt Münchener Wissenschaftler beruht der kostenfreie QRNG-Service der Berliner Humboldt-Universität. Beide ermitteln Zufallszahlen, indem sie das zufällige Eintreffen einzelner Photonen messen.

Die Berliner Forscher bestimmen die Zeit zwischen dem Eintreffen zweier Photonen auf eine Picosekunde genau; währenddessen legt das Licht etwa 0,3mm zurück. Diese unterschiedlichen Zeitabstände gehorchen einer Exponentialverteilung. Sie werden in Bitfolgen umgewandelt, aus denen ein zweiter Schritt gleichverteilte Daten erzeugt. Durch die direkt in der Hardware stattfindende Auswertung lassen sich 150 Millionen Zufallsbits pro Sekunde generieren. Sie sollen den Prüfungen des Big-Crush-Tests aus der Software-Suite TestU01 (PDF) standhalten. Die Technik entstand in dem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt Kephosi (Kompakte Einzelphotonenquellen im Sichtbaren).

Auf der Webseite des Projekts können Interessierte nach Registrierung sowohl fertige, individuelle Pakete mit Zufallszahlen (1, 15 und 100 MByte) als auch Windows- und Linux-Software herunterladen. Damit können Anwendungen auf den Dienst zugreifen und sich via C-API zum Beispiel Passwörter generieren lassen.

Zufallszahlen spielen unter anderem in der Kryptographie und bei Simulationen eine wichtige Rolle. (ck)