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Quartalsverlust bei Twitter nur noch knapp verdreifacht

Ein Viertel mehr User und doppelter Umsatz bei fast dreifachem Verlust. Für Twitteraktionäre sind das vergleichsweise gute Nachrichten. Trotzdem rasselte der Aktienkurs nach unten.

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361,3 Millionen US-Dollar hat Twitter im dritten Quartal umgesetzt (285 Millionen Euro). Das ist ein Zuwachs von 114 Prozent im Jahresabstand. Der Nettoverlust ist derweil um 172 Prozent auf 175,5 Millionen Dollar gestiegen (138 Millionen Euro). Die Menge der in einem Monat mindests einmal aktiven Nutzer ist um 23 Prozent gewachsen. Dies geht aus den Montagabend veröffentlichen Quartalsergebnissen hervor.

Twitter Geschäftsentwicklung (in US-Dollar, gerundet) Q3 2014 Q3 2013
Umsatz 361 Mio. 169 Mio. +114%
Davon Werbeeinahmen 320 Mio. 153 Mio. +109%
Nettoergebnis -175 Mio. -65 Mio. +172%
Monthly Active Users (in Mio.) 284 232 +23%

"Wir hatten wieder ein sehr starkes Finanzquartal", konstatierte Twitter-Chef Dick Costolo. Anders sieht das die Börsenwelt: Die erste Reaktion auf die Zahlen war ein Kursabschlag von über zwölf Prozent im nachbörslichen Handel. Dabei nimmt sich der Verlustanstieg im Vergleich zu den bisherigen Quartalen seit dem Börsengang bescheiden aus.

In allen drei Quartalen sind die Umsätze jeweils um die 120 Prozent und die Nutzerzahlen jeweils um zirka ein Viertel gestiegen. Im ersten Quartal des Jahres hatte sich der Abgang noch verfünffacht, im zweiten Quartal verdreieinhalbfacht. Damals, vor drei Monaten, schoss der Kurs der Aktie um 29 Prozent nach oben. Diesmal steht "nur noch" ein Anstieg um 172 Prozent zu Buche, trotzdem ging es mit dem Wertpapier deutlich bergab.

Im laufenden Quartal dürfte der Verlust prozentuell zurückgehen, weil der Vergleichswert des Vorjahres besonders hoch war. Damals waren im Zuge des Börsengangs Mitarbeiteraktien kostenwirksam geworden, die über die Jahre davor angefallen waren.

Im dritten Quartal entsprachen die buchhalterischen Kosten des Aktienprogramms fast dem gesamten Nettoverlust. Doch ohne dieses Programm müsste Twitter deutlich höhere Gehälter zahlen, was sich dann auf die Barschaft auswirken würde. So aber wird nur der Unternehmensanteil der bestehenden Aktionäre geschmälert. (ds)