Quelloffene Linux-3D-Treiber bekommen OpenGL-4.0-Unterstützung

Der Open-Source-Treiber für Nvidias Grafikprozessoren unterstützt jetzt OpenGL 4.1. Auch der von Linux-Distributionen standardmäßig eingerichtete Treiber für Radeon-Chips von AMD unterstützt vermutlich bald OpenGL 4.0.

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Mesa

Bislang unterstützen die quelloffenen 3D-Treiber von Linux-Distributionen lediglich OpenGL 3.3.

Von
  • Thorsten Leemhuis

Ab dem Herbst erscheinende Linux-Distributionen werden wahrscheinlich von Haus aus Hardware-Beschleunigung für OpenGL 4.1 bieten. Es könnte sogar noch die Version 4.2 der 3D-Programmierschnittstelle werden, die Linux-Spiele zum Generieren des Bildes verwenden.

Die 4.1-Unterstützung ist Verbesserungen bei den Treibern der Mesa 3D Graphics Library zu verdanken; alle für PCs gedachten Linux-Distributionen richten Mesa standardmäßig ein, um die 3D-Beschleunigung der gängigen Grafikprozessoren von AMD, Intel und Nvidia zu nutzen. Die 3D-Treiber der derzeit aktuellen Mesa-Version unterstützten maximal OpenGL 3.3; die proprietären Linux-Treiber von AMD und Nvidia beherrschen OpenGL 4.1 und neuere Versionen bereits einige Jahre.

Die letzten Teile zur OpenGL-4.1-Unterstützung sind vor wenigen Stunden in den Hauptentwicklungszweig von Mesa eingezogen. Bislang unterstützt allerdings nur der Mesa-3D-Treiber Nouveau alles für OpenGL 4.1 Nötige – und auch das nur bei Grafikprozessoren der Fermi-Generation und neuer, zu der die meisten GeForce-Grafikprozessoren seit der 400er-Reihe gehören. Der Treiber spricht das Gros der Grafikprozessoren von Nvidia an, entlockt aber gerade modernen High-End-GPUs nur einen Bruchteil der Leistung, die Nvidias proprietärer Linux-Treiber liefert.

Den Intel- und Radeonsi-Treibern fehlt noch ein Wenig für OpenGL 4.0.

Dem für moderne AMD-Grafikprozessoren zuständigen Radeonsi-Treiber fehlen zur OpenGL-4.0-Unterstützung nur noch einige Änderungen, die den Mesa-Entwickler größtenteils schon zur Begutachtung vorliegen. Bei den neuesten Radeon-Grafikprozessoren liefert dieser Treiber weniger 3D-Performance als AMDs proprietärer Treiber. Der Unterschied ist aber viel kleiner als in der Nvidia-Welt; bei einzelnen Spielen und gerade bei älteren Radeon-Grafikprozessoren liefert der quelloffene AMD-Treiber manchmal sogar mehr 3D-Leistung; zudem spricht der Treiber auch viele ältere Grafikprozessoren an, die AMDs proprietärer Treiber schon eine Weile nicht mehr unterstützt.

Die verbleibenden OpenGL-4.0-Änderungen für den Radeonsi-Treiber dürften vermutlich bald in den Hauptentwicklungszweig von Mesa einziehen, aus dem im September Mesa 11.0 hervorgehen dürfte; parallel oder kurze danach dürfte diese Version in den ersten Linux-Distributionen auftauchen.

Beim Treiber für die Grafikprozessoren in modernen Intel-Prozessoren fehlt noch etwas mehr bis zur Unterstützung von OpenGL 4.0, wie Mesa-Entwickler und Kernel-Grafiktreiber-Betreuer Dave Airlie erläutert. Ihm zufolge sind Intels Entwickler dafür weiter bei der Unterstützung für die Version 3.1 der Open Graphics Library for Embedded Systems, die auch als OpenGL ES oder GLES bekannt ist. Details liefert die automatisch aus einer Dokumentationsdatei von Mesa generierten Tabellen auf Mesamatrix.org, die anzeigen, welcher Treiber welche OpenGL-Erweiterung implementiert.

Siehe dazu auch:

(thl)