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Quelltexte von MS-DOS und Word for Windows veröffentlicht

Microsoft hat die Quelltexte von MS-DOS 2.0 sowie der Textverarbeitung Word for Windows 1.1a einem kalifornischen Computermuseum gestiftet, das sie nun zum öffentlichen Download anbietet.

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Zusammen mit dem Computer History Museum im kalifornischen Mountain View gewährt Microsoft der breiten Öffentlichkeit erstmals einen Blick auf die Quelltexte von frühen Versionen des Betriebssystems MS-DOS sowie des Textverarbeitungsprogramms Word for Windows. Beide Download-Pakete stehen unter einem "Microsoft Research License Agreement", das es Benutzern erlaubt, die Dateien zu studieren, zu übersetzen, zu verändern und die Software auf echter Hardware oder in Emulatoren zu betreiben, aber nur zu nicht-kommerziellen Experimentier-, Lehr- und Lernzwecken. In Veröffentlichungen dürfen bis zu 50 Zeilen Quelltext zitiert werden.

Das DOS-Paket enthält die Versionen 1.1 und 2.0 des Betriebssystems in binärer Form und im Quelltext, wobei die 1.1er Quellen unvollständig zu sein scheinen. Der eigentliche Source-Code von MS-DOS 2.0 besteht aus 100 Dateien, die zusammen 1,5 MByte groß sind und rund 46.500 Zeilen Assembler-Code enthalten; dazu kommen noch ein paar Textdateien mit Dokumentation. Aus den Quellen lässt sich nicht nur das MS-DOS bauen, wie es Microsoft in den frühen 1980er Jahren verkauft hat, sondern auch die IBM-eigene Version namens PC-DOS.

In dem Download-Paket von Word for Windows 1.1a ist keine ausführbare Datei der Textverarbeitung enthalten, dafür aber eine ganze Reihe an Tools wie ein Kommandozeilen-Assembler und -Linker, aber kein C-Compiler. Die Word-Quellen bestehen aus knapp 9 MByte C-Source in gut 400 Dateien, dazu kommen noch einmal 59 Dateien mit zusammen 1,8 MByte Assembler-Code. Die Dateien stammen aus dem Jahr 1991 und markieren damit zeitlich etwa den Punkt, an dem Microsoft die Marktführerschaft bei Textverarbeitungen übernommen hat. (hos)

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