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RAID fürs WAN erhöht Ausfallsicherheit und plättet Latenzspitzen

Die Router von Viprinet bündeln mehrere Internetverbindungen zu einer Leitung. Sie korrigieren neuerdings auch Paketverluste und drücken Latenzspitzen.

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Viprinet veröffentlicht Router-Firmware mit "WAN-RAID"

Zur Demonstration seiner Bündelungstechnik verwandelt Viprinet einen Wohnwagen auf dem Messegelände in einen Übertragungswagen.

Der Netzwerkausrüster Viprinet stellt auf der CeBIT ein neues Betriebssystem für seine VPN-Router und Hubs vor. Die Next-Generation-Firmware bringt vollen IPv6-Support, eine Fehlerkorrektur bei Verwendung mehrerer Leitungen, IP-Header-Kompression, Datenkompression, Unterstützung von Jumbo-Frames und WAN-Priorisierung mit. Für die Viprinet-VPN-Technik benötigt man einen Router und eine kompatible Gegenstelle, welche die gebündelten Pakete wieder in eine standardkonforme Form bringt und weiterschickt.

Die auf den Namen Rugged VPN getaufte Funktion gleicht den Paketverlust und ungleichmäßige Paketlaufzeiten etwa von störanfälligen DSL oder LTE-Verbindungen über Redundanzinformationen aus (Distributed Forward Error Correction, kurz DFEC). Das funktioniert analog zur RAID-Technik bei Festplatten, bei der sich fehlerhafte Dateien etwa mithilfe einer intakten Kopie auf einer weiteren Festplatte rekonstruieren lassen.

Nutzt man etwa vier LTE-Verbindungen an einem Viprinet-Multi-WAN-Router simultan, so teilt das Gerät ein Paket in drei Teile auf, auf der vierten Leitung läuft die errechnete Parität. Laut dem Viprinet-CEO und Entwickler Simon Kissel stellt der Router "beim Empfänger das Original-Datenpaket aus den drei Fragmenten, die zuerst ankommen wieder her, egal ob Daten- oder Paritätsinformationen". Dabei lassen sich Paketverluste oder Latenzspitzen einer Leitung ausgleichen. Ab fünf gebündelten Leitungen dürfen auch zwei Internet-Anbindungen unter Problemen leiden, ohne dass der Nutzer etwas davon bemerkt.

Mit vier WAN-Verbindindungen können die Router von Viprinet etwa größere Paketlaufzeitspitzen einer Leitung ausgleichen.

Dank Rugged VPN soll die Internet-Verbindung so störungsfrei arbeiten, sodass man Videoübertragungen mit kurzen Pufferlängen von rund 0,1 Sekunden aufbauen kann. Normalerweise kommt bei Live-Übertragungen ein Puffer von einer halben Sekunde zum Einsatz, damit sich verlorene Pakete erneut übertragen lassen und so keine Bildartefakte entstehen. Das führt jedoch bei Videokonferenzen oder Live-Schalten im Fernsehen dazu, dass sich Gesprächspartner ins Wort fallen oder dass sie lange Kunstpausen einlegen müssen, um solchen Stolpersteinen auszuweichen.

Für Fernsehteams vertreibt Viprinet zusammen mit Wired Broadcast aus Großbritannien etwa den Mediaport, einen Viprinet-Router mit einem integrierten Akku, der 6 Stunden laufen soll. Er kommt laut Herstellerangaben etwa bei der BBC zum Einsatz.

Den Mediaport vertreibt Viprinet zusammen mit einem britischen Anbieter als Router für Fernseh-Teams.

Mit der neuen Firmware bereitet Viprinet seine Router auf IPv6 in Mobilfunknetzen vor, auch wenn dies derzeit kein Provider anbietet. IP-Header-Informationen sollen die Router nach dem Update zudem von durchschnittlichen 40 bis 60 Bytes pro Paket auf 8 Bytes komprimieren, um den Overhead zu senken. Zusätzlichen sollen Sie unkomprimierte Daten komprimieren, Jumbo-Frames verarbeiten und WAN-Schnittstellen anhand von Faktoren wie der Verbindungsstabilität oder der Paketverlustrate priorisieren.

Viprinet präsentiert seine Produkte am Stand D27 in Halle 13 sowie auf dem Freigelände bei Halle 13. (fkn)

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