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RFID-Lobby warnt vor gesetzlichen Regelungen zur Chip-Deaktivierung

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Das Informationsforum RFID hat im Rahmen einer Pressekonferenz auf der CeBIT davor gewarnt, eine Verpflichtung zur möglichen Deaktivierung von RFID-Chips gesetzlich zu verankern. Eine solche, von der EU-Komission in Brüssel angedachte Regelung würde dazu führen, dass die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft im Vergleich zu Asien und den USA gestört werde. Eine Deaktivierung sei auch nicht im Interesse der Verbraucher, die von der beleglosen Garantieabwicklung und der Entwicklung intelligenter Haushaltsgeräte profitieren würden.

Im Vergleich zum Jubel-Jahr 2006 ist es um die RFID-Chips auf der diesjährigen CeBIT eher still geworden. Dennoch gibt es in Halle 7 einen "Auto ID/RFID Solutions Park" und einen sechstägigen Begleitkongress. Der Handelskonzern Metro nutzte die Messe, um zu verkünden, dass die RFID-Technologie nunmehr an den Wareneingangstoren von 200 Real-Märkten eingeführt wird. Auf der "Paletten-Ebene" und der Lagerlogistik sei RFID damit etabliert, und das nicht nur in großen Unternehmen. "RFID ist im Mittelstand angekommen", erklärte Michael ten Hompel, Vorstandsvorsitzender des Informationsforums RFID auf der Pressekonferenz in Hannover. Im deutschen Mittelstand würden 20 Prozent der Unternehmen RFID nutzen, weitere 5 Prozent würden erste Projekte mit dem kontaktlosen Auslesen von Funkchips noch im Jahr 2008 starten.

Ganz anders sieht es jedoch auf der Verbraucherebene aus. Hier ist das Informationsforum aufrichtig besorgt über die EU-Pläne, die schon vor einem Jahr auf der CeBIT die Runde machten. Vor allem die Verpflichtung, mögliche Vorrichtungen zur Deaktivierung der Chips mitzuliefern, hält man für eine desaströse Idee, die innovative Anwendungen wie die beleglose Garantieabwicklung zerstören könnte. Außerdem würden entsprechende deaktivierbare Funkchips in der Produktion zu teuer werden und könnten dann nicht den Barcode im Einzelhandel ablösen. Als Gastredner des Informationsforums RFID betonte Bitkom-Vizepräsident Heinz Paul Bonn, dass Deutschland keine Schranken bei der dynamischen Weiterentwicklung der RFID-Technologie gebrauchen könne. Seitens des CeBIT-Veranstalters, der deutschen Messe AG, führte Reinhold Umminger an, dass sich der RFID-Ausstellungsbereich zu einem wahren Besuchermagneten entwickelt habe. Dies zeige, dass es keine Ängste vor der jungen Technologie gebe, wie von Datenschützern behauptet. (Detlef Borchers) / (pmz)