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RHEL-6-Nachbau Oracle Linux 6 erhältlich

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Durch eine einfache Mail auf einer hauseigenen Mailingliste hat Oracle am vergangen Freitag die Verfügbarkeit von Oracle Linux 6 bekannt gegeben. Eine Pressemitteilung gibt es bislang nicht, was ein wenig verwunderlich ist, da das Unternehmen und sein Chef sonst häufig sehr öffentlichkeitswirksam agieren.

Die neue Generation von Oracle Linux ist größtenteils ein Nachbau des im vergangenen November freigegebenen Red Hat Enterprise Linux 6 (RHEL). Die in der Freigabe-Mail und den Release Notes erwähnten Neuerungen wie der Einsatz von Ext4 als Standard-Dateisystem, Unterstützung für XFS oder die Tracing-Tools ftrace und perf sind daher von der Vorlage bekannt. Die Release-Notes nennen in einem Abschnitt alle Pakete, bei denen Oracle Änderungen vorgenommen hat, um das "Look and Feel" anzupassen oder Red-Hat-Trademarks zu entfernen.

Bei der x86-64-Variante der Linux-Distribution hat Oracle eine Variante des schon von Oracle Linux 5 bekannten Unbreakable Enterprise Kernel integriert – der soll bei der 5er-Generation in bestimmten Test deutlich flotter arbeiten als auf Linux 2.6.18 basierende RHEL-Kernel. Zudem hat Oracle Unterstützung für das hauseigene Cluster-Dateisystem Ocfs2 eingebaut; RHEL6 setzt auf Gfs2. Standardmäßig wird der Oracle-Kernel gestartet, ein RHEL6-kompatibler Kernel wird aber ebenfalls installiert.

Oracle Linux wird kommerziell vertrieben und ist einer der bekanntesten RHEL-Nachbauten. Der wohl am meisten verbreitete RHEL-Klon dürfte das kostenlos erhältliche CentOS-Projekt sein. Bei dessen Entwicklern hat derzeit die Arbeit am RHEL-5.6-Nachbau CentOS 5.6 Priorität, um die mit CentOS 5 laufenden Systeme auf den aktuellen Stand zu heben. Die Arbeit am Klon des einige Wochen vor RHEL 5.6 erschienenen RHEL 6.0 wurde etwas zurückgestellt, daher dürfte CentOS 6 erst einige Wochen nach CentOS 5.6 erscheinen. (thl)