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RIPE 73: Bundesregierung fordert mehr IPv6-Adressen

Wegen der föderalen Netzstruktur reicht die aktuelle Zuteilung an IPv6-Adressen offenbar nicht aus. Zum Konzept gehört, dass die gesamte Verwaltung bis hinunter zu den Gemeinden aus einem Adressblock versorgt wird.

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RIPE 73: Bundesregierung fordert mehr IPv6-Adressen

(Bild: Cassini)

Beim 73. RIPE-Treffen, das kürzlich in Madrid stattfand, berichtete Tahar Schaa, Consultant bei Cassini, von den Fortschritten der Local Internet Registry (LIR) der Bundesregierung. Dabei meldete Schaa für das federführende deutsche Innenministerium noch einen – bedeutenden – Mehrbedarf an IPv6-Adressen an.

Wegen der föderalen Struktur und des Plans, die gesamte Verwaltung vom Bund über die Länder bis zu den Kommunen aus einem eigenen IPv6-Adressblock zu versorgen, reiche der vom RIPE NCC zugeteilte /26-Block nicht aus. Das Innenministerium hatte sich beim RIPE bereits früher für eine Lockerung der Vergabepolitik und die Berücksichtigung der Anforderungen öffentlicher Verwaltungen eingesetzt.

Allein das britische Militär bekam schließlich doppelt so viele IPv6-Adressen wie die Deutschen aktuell zur Verfügung haben. Daher kündigte Schaa einen offiziellen Reformvorschlag für Zuteilungsregeln an. Schaas Kollegen, die für die Regierungen Portugals und Spaniens tätig sind, wollen die Initiative stützen.

Einen /32-IPv6-Präfix bekommt heute jedes RIPE-Mitglied ohne Weiteres. Damit lassen sich 4.294.967.296 Subnetze mit je 18.446.744.073.709.551.616 IPv6-Adressen aufsetzen. Zusammen lassen sich so 79.228.162.514.264.337.593.543.950.336 Hosts adressieren. Bei begründetem Bedarf teilt das RIPE auch einen /29-Präfix zu (34.359.738.368 IPv6-Subnetze). Damit sollten sich eigentlich ausreichend große Netze aufsetzen lassen.

Doch wer richtig große Adresskonsumenten sehen will, der muss nach Aussagen von Experten auf die andere Seite des Atlantik schauen. Das US-Militär hat wohl fast die Hälfte des aktuell von ARIN gehaltenen ersten nordamerikanischen IPv6-Blocks erhalten. Noch ist ja genug da an IPv6-Adressen, knausern kann man später... (Monika Ermert) / (dz)

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