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RSL COM meldet Insolvenz an

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Der amerikanisch-britische Telekommunikationsanbieter RSL COM hat Insolvenz angemeldet und seine Geschäftstätigkeit eingestellt. Als Grund führt das Unternehmen an, dass es "unter den allgemein bekannten Schwierigkeiten des Telefonmarktes gelitten" habe, wobei "die Überkapazitäten und der intensive Wettbewerb zu einem Mangel an Investitionsfreude in diesem Sektor geführt haben". Die notwendige Kapitalbeschaffung und die Schuldendienste hätten "die finanziellen Spielräume der Gruppe eingeengt". Im Klartext: RSL COM ist unter der eigenen Schuldenlast und den damit verbundenen hohen Zinszahlungen zusammengebrochen.

Für den deutschen Ableger RSLCOM Deutschland hat das Verfahren nach Aussage von Sprecher Johannes Ippach "keine direkten Auswirkungen auf das laufende Geschäft". RSLCOM Deutschland sei eine selbstständige Tochter, die über ausreichend Mittel verfüge, um alle Verpflichtungen erfüllen zu können. Das Geld stammt unter anderem aus dem Verkauf von Telegate an die italienische SEAT Pagine Gialle, die wiederum unter Kontrolle der Telecom Italia steht. Zudem laufen bereits seit Ende des letzten Jahres Gespräche über den Verkauf der deutschen Tochter von RSL COM, und diese Verhandlungen werden laut Ippach "in wenigen Wochen abgeschlossen" sein. Mit wem verhandelt wird, ist nicht bekannt. (axv)