Menü

RTL: Terrestrisches Pay- und Free-TV im Raum Halle/Leipzig

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 211 Beiträge
Von

Die Medienanstalt Sachsen-Anhalt (MSA) und die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) haben der RTL-Gruppe den Zuschlag für eine DVB-T-Frequenz im Raum Halle/Leipzig (oft auch als Mitteldeutschland bezeichnet) erteilt. Ab Herbst diesen Jahres wird das Unternehmen in einem Bouquet die Free-TV-Programme RTL, VOX, SUPER RTL und RTL II sowie die zwei Pay-TV-Programme RTL Crime und Passion einspeisen.

Durch den Einsatz von MPEG-4 AVC (H.264) lassen sich sechs statt wie bisher vier Programme in einem Bouquet ausstrahlen. Der Empfang ist allerdings mit herkömmlichen DVB-T-Receivern nicht möglich – sie verstehen sich nur auf die MPEG-2-Dekodierung. Zudem wird auch für den Empfang der freien RTL-Kanäle eine Smartcard nötig sein (Connax-Verschlüsselung). Das gleiche Angebot hatte RTL im Februar für den Raum Stuttgart angekündigt. Der Sender verspricht sich von der Grundverschlüsselung eine bessere Adressierbarkeit der Werbekunden – sprich Zuschauer. Die Freischaltung der Smartcard soll zumindest für den Free-TV-Empfang auch ohne Angabe persönlicher Daten möglich sein.

Kurt-Ulrich Mayer, Präsident des Medienrates der SLM, verteidigt den Einsatz des modifizierten DVB-T-Standars: "Die Landesmedienanstalten sehen im Einsatz von MPEG-4 eine Weiterentwicklung von DVB-T. Gleichzeitig werden wir uns dafür einsetzen, dass sich ein offener Receivermarkt entwickeln kann". Dennoch ist die Entscheidung nicht unumstritten. So befürchtete ein Unternehmenssprecher der ProSiebenSat.1 Media AG im Gespräch mit heise online, dass die Notwendigkeit neuer Empfangsgeräte zu Verwirrung beim Endkunden führen könnte. Die Kombination aus DVB-T und H.264 erachte man aus technischer Sicht als einen unnötigen Zwischenschritt auf dem Weg zum DVB-T-Nachfolgestandard DVB-T2. (sha)