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RWE-Chef warnt vor Strom-Blackouts in Europa

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Peter Terium

(Bild: RWE)

Peter Terium, Chef des zweitgrößten Stromkonzerns RWE, sorgt sich um die Stromversorgung in Europa. "Schon in den vergangenen beiden Wintern war die Lage angespannt. Nun gehen überall in hohem Tempo weitere Anlagen vom Netz", sagte er in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Der Betrieb von Kohle- und Gaskraftwerke lohnt angesichts des Ökostrom-Booms beim niedrigen Preise beim Stromeinkauf nicht. Das könne fatal sein, wenn der Aufschwung kommt und der Strombedarf größer wird, meint Terium.

Konzerne wie RWE, Eon und Vattenfall prüfen, Kraftwerke stillzulegen, RWE allein bei einem Fünftel seiner Kapazitäten. Nach den Stilllegungsanträgen, die Anfang Oktober der Bundesnetzagentur vorlagen, sollen Kraftwerke mit einer Leistung von gut 6700 Megawatt in Deutschland eingemottet werden. "Das ist voraussichtlich noch nicht das Ende", kündigte Terium in dem Interview an. Wenn die Politik nicht reagiere, gefährde das den Standort Deutschland, warnt der Konzernchef. Die Kraftwerkssparte seines Unternehmens müsse pro Jahr eine halbe Milliarde Euro sparen.

Zwischen West und Ost sowie in schwächerer Form auch zwischen Süd und Nord zeigt sich ein Gefälle der geschätzten Kosten bei einstündigem Stromausfall.

(Bild: HWWI)

Vor einer anderen Gefahr warnt das liberale Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI). Der Umstieg auf erneuerbare Energien lasse das Risikopotenzial für Stromausfälle durch gestiegene Erzeugungsvolatilität wachsen, zum Beispiel in Form von Veränderungen in der Netzspannung bei Starkwindeinspeisung.

Vor diesem Hintergrund hat sich das HWWI in einer Studie mit den möglichen finanziellen Schäden nach einem Stromausfall auf Ebene der Landkreise in Deutschland befasst. Käme es in Gesamtdeutschland zur Mittagszeit zu einem einstündigen Stromausfall, würde dieser Kosten in Höhe von knapp 600 Millionen Euro verursachen. Besonders in Kreisen mit hoher Bevölkerungszahl können die Kosten eines Stromausfalls schnell über zehn Millionen Euro pro Stunde betragen.

Das HWWI beschränkte sich auf die Schätzung für den Zeitraum einer Stunde, da dadurch schwer abzuschätzende Kosten bei längeren Ausfällen, wie beispielsweise durch die Unterbrechung der Lieferketten oder den Ausfall von Kühlsystemen, ausgeklammert wurden. (anw)

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