Menü

Radar dringt durch Betonmauern

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 228 Beiträge
Von

Forscher am Lincoln Laboratory des Massachusetts Institute of Technology haben ein neuartiges Radarsystem entworfen, das durch Wände dringen kann und das Ergebnis dann per Echtzeitvideo darstellt. Das Verfahren soll auch durch massive Betonwände mit einer Dicke von bis zu 20 Zentimetern funktionieren, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 12/11 (seit dem 24. November am Kiosk oder online bestellbar).

Die Technik könnte unter anderem von Militär- und Polizeikräften verwendet werden, um bei Einsätzen besser vorbereitet zu sein. "Wir denken an Kampfeinsätze in urbanen Umgebungen, aber auch an die Nutzung durch Rettungskräfte", erläutert Projektleiter Gregory Charvat, der sich am MIT auf Radartechnik spezialisiert hat.

Von der Strahlung dringen nur 0,6 Prozent tatsächlich durch die Wand und erfassen das, was sich dahinter befindet – in diesem Fall Lebewesen. Die verbliebene Energie wird anschließend wieder zurück durch die Wand reflektiert, um von den acht Empfangselementen, die oberhalb der Sendeelemente montiert sind, detektiert zu werden. Das System kann dann nur noch ein verbliebenes Signal mit einer Stärke von 0,0025 Prozent empfangen.

Das ausgegebene Video hat dabei eine Bildwechselfrequenz von 10,8 Einzelbildern pro Sekunde, die Auflösung ist noch gering. "Das Radarsystem sieht Menschen nicht wie wir. Personen werden derzeit als rote Kleckse dargestellt", erläutert Forscher Gregory Charvat. "Sind zwei Menschen hinter der Wand, sieht man zwei rote Kleckse, die sich bewegen."

Noch ist das System recht klobig: Es ist zwar fahrbar auf einem von einer Einzelperson bewegbaren Wagen installiert, nimmt aber den Platz von mehreren Kühlschränken ein. Bevor an einen realen Einsatz zu denken ist, müsste zunächst eine Miniaturisierung her. Alternativ könnte das Gerät in ein Fahrzeug montiert werden, dies habe man bereits im Blick, so der Forscher.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)