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Rätselhafte Radioblitze: KI findet 72 Fast Radio Bursts

Noch ist nicht klar, was hinter den mysteriösen Fast Radio Bursts steckt: Eine KI hat Astronomen nun unter die Arme gegriffen und Dutzende Signale gefunden.

Rätselhafte Radioblitze: KI findet 72 Fast Radio Bursts

Die KI durchsuchte vom Green-Bank-Observatorium gesammelte Daten.

(Bild: AUI/GBO)

Dank der Zuhilfenahme von Techniken des Maschinellen Lernens haben Astronomen Dutzende mysteriöse Fast Radio Bursts (FRB) entdeckt, die sonst in den gesammelten Daten wohl untergegangen wären. Dank der Analyse gibt es jetzt neue Einblicke in den ganz untypischen Vertreter FRB 121102, dessen immense Ausbrüche im Bereich der Radiostrahlung sich als bislang einzige wiederholen. Ihr Ursprung wurde schon vorher in einer rund drei Milliarden Lichtjahre entfernten Zwerggalaxie lokalisiert.

Die mysteriösen Radioblitze werden erst seit wenigen Jahren beobachtet, der erste FRB war 2007 entdeckt worden. Bis heute folgten nur wenige Dutzend. Lediglich bei FRB 121102 haben sie sich wiederholt. Alle anderen scheinen ebenfalls aus weit entfernten Galaxien zu kommen. Zu ihrer Herkunft gibt es zahlreiche Ideen, aber keine konnte bislang bewiesen werden: Die Blitze könnten etwa bei der Verschmelzung zweier Neutronensterne entstehen oder von massereichen Schwarzen Löchern erzeugt werden. Einer Hypothese zufolge könnten sie aber auch auf einen Antrieb für interstellare Reisen hinweisen.

Bei der Erforschung der Ursache kommt FRB 121102 eine besondere Rolle zu, denn nur dort wurden sich wiederholende Ausbrüche registriert. Zur weiteren Erforschung haben Forscher des Projekts Breakthrough Listen unter Leitung von Wissenschaftlern der University of California, Berkeley deshalb am 26. August 2017 das Green Bank Telescope in West Virginia für fünf Stunden auf die Zwerggalaxie gerichtet, in der Radioblitze von FRB 121102 ihren Ursprung haben.

In den dabei gesammelten 400 Terabyte an Daten fanden die Forscher demnach mit ihren etablierten Methoden 21 neue Ausbrüche. Danach setzten sie nach aber noch einen extra dafür selbstentwickelten Algorithmus auf die Daten an. Der fand demnach 72 weitere Ausbrüche, die die Forscher nicht gefunden hatten, womit nun insgesamt über 300 Radioblitze von FRB 121102 bekannt sind.

Dabei wurde keine Regelmäßigkeit gefunden, zumindest keine deren Periodizität auf Mustern beruht, die länger sind als 10 Millisekunden. Unabhängig ob der Ursprung natürlich oder künstlich ist, helfe die Forschung aber bei der rasch fortschreitenden Erkundung des Universums, erklären die Forscher. (mho)

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