CES

Rahmenlose Schirme, Hochkant-TVs und selbstkonfigurierte LED-Displays von Samsung

Samsung möchte Informationen überall und jederzeit verfügbar machen. Dabei sollen große und kleine Displays mit ungewöhnlichen Formaten helfen.

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(Bild: heise online / Ulrike Kuhlmann)

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Samsungs neues TV-Flaggschiff heißt Q950: Der rahmenlose 8K-Fernseher ist 15 Millimeter dünn und hängt wahlweise an der Wand oder steht auf einem schlanken Fuß. Alle Anschlüsse liegen wie bei den besseren Samsung-TVs üblich in der One Connect Box, die Verbindung zum TV erfolgt über ein transparentes Glasfaserkabel. Das Soundsystem hat Samsung auf 5.1 Surround Sound aufgebohrt, die Verbindung zur Soundbar wird automatisch hergestellt. Umgebungsgeräusche sollen bei der Wiedergabe automatisch unterdrückt werden – wie genau das funktioniert, hat Samsung noch nicht gesagt.

Natürlich unterstützt der Q950 das dynamische HDR-Format HDR10+ und passt die Schirmleuchtdichte auf Wunsch an die Umgebungshelligkeit an. Er kann 8K-Videos von YouTube im AVI-Format wiedergeben und geringer aufgelöste Videos auf seine 33 Millionen Pixel hochskalieren.

Rahmenloser Fernseher (4 Bilder)

Der fast rahmenlose Q950, Samsungs diesjähriges Topgerät, bringt alle Features mit, die Samsung aktuell anbietet.
(Bild: heise online / Ulrike Kuhlmann)

Alle 8K-Modelle im Jahr 2020 erfüllen laut den Angaben von Samsung auf der CES die Kriterien sowohl des Labels der 8K Assoziation, in der Samsung Gründungsmitglied ist, als auch die des 8K Ultra HD Logos der Consumer Technology Association (CTA).

Letzteres war bei den 2019er-Modellen nicht der Fall, was für einige Querelen zwischen Samsung und LG gesorgt hat: Der koreanische Mitbewerber LG weist in seinen Pressemitteilungen indirekt darauf hin, indem es seine 8K-TVs als Real 8K bezeichnet. Für die Anwender sind zwei Logos für dieselbe Sache verwirrend, weshalb es gut ist, dass Samsung nun auch das CTA-Label unterstützt. Die Logos sollen den potenziellen Käufern schließlich Orientierung geben und nicht wie seinerzeit beim Umstieg auf Full HD vor allem Verwirrung stiften.

Interessant ist die neue Tap-Funktion: Indem man kurz mit dem Smartphone den Fernseher oder die Soundbar berührt, werden die beiden Geräte automatisch verbunden und die Inhalte des kleinen Schirms auf den großen gespiegelt. Dank Multiview kann man den Smartphone-Screen auch neben das laufende TV- oder Videobild einblenden, um beispielsweise während eines Films mit Freunden zu chatten. Die Erkennung der beteiligten Geräte erfolgt mittels NFC, die Verbindung per Bluetooth.

Dank Multiview kann man den Inhalt des Smartphones mit einer kürzen Berührung des TV-Gehäuses auf den großen Schirm holen.

(Bild: heise online / Ulrike Kuhlmann)

Für Komfort soll auch der Digitale Butler sorgen, der auf Zuruf Inhalte findet und vorschlägt. Zwar setzt Samsung weiterhin auf die hauseigene Spracherkennung via Bixby, doch in den kommenden TVs hat das Unternehmen nun auch Alexa und den Google Assistant integriert. Als Betriebssystem dient wie gehabt Tizen. Wer die für smarte Funktionen nötigen Privacy-Einstellungen anpassen will, kann das mit einer neuen App am TV erledigen. Hier war Samsung bislang eher rigide: Entweder smart und wenig Privacy, oder Privacy und dafür keine intelligenten Funktionen. Ob die neue App das ändert, werden wir beim nächsten TV-Test erfahren.

Samsung setzt auch in diesem Jahr auf kleine LEDs: The Wall gibt es demnächst in weiteren Größen, nämlich außer in 75, 93, 110 und 292 Zoll nun auch in 88 und 150 Zoll. Außerdem soll man sich seinen Bildschirm künftig selbst gestalten können. Dafür hat Samsung LED-Module entwickelt, die sich variabel zusammenfügen lassen. Welche Auflösung die einzelnen Module haben, wann sie in den Handel kommen und was sie kosten werden, sagte das Unternehmen auf der CES aber nicht.

Es muss nicht immer ein Fernseher sein, auch als Möbelausstattung taugen die LED-Module.

(Bild: heise online / Ulrike Kuhlmann)

Während einzelne LED-Module problemlos über längere Zeit funktionieren werden, sieht es bei großen Schirmen aus vielen Modulen etwas anders aus: Fällt ein Modul aus, kann man es theoretisch schnell ersetzen, benötigt aber ein Modul mit identischen Leuchtdioden aus der gleichen Produktionscharge. Grund: Jede Charge hat etwas andere Eigenschaften, die LEDs haben etwas unterschiedliche Kennlinien, weshalb beispielsweise ihre Farbtemperatur – die Anmutung von Weiß – etwas anders ausfällt.

Bei der Bestückung solcher Module und der TVs nimmt man deshalb alle Dioden aus derselben Produktionscharge. Fällt nun ein Modul aus, kann man nicht einfach ein beliebiges anders Modul nehmen: Dann würde in der Darstellung am großen TV-Schirm eine etwas anders leuchtende Kachel auffallen. Deshalb haben die Anbieter von LED-Wänden stets einige Module aus derselben Produktionseinheit in Reserve, um defekte Kacheln im Falle eines Falles problemlos austauschen zu können. Was für den großen (teuren) The Wall weniger problematisch ist, kann für günstigere 65-Zoll-LED-Schirme arg teuer werden.

Bei seinen Designer-TVs legt Samsung neue Größen und neue Schirme nach: The Frame gibt es demnächst zusätzlich mit 32 und mit 75 Zoll Diagonale; bislang war der schicke Bilderrahmenfernseher in 43, 49, 55 und 65 Zoll erhältlich. Den eleganten Serif bekommt man demnächst in Diagonalen mit 43, 49 und 55 Zoll.

Design-LCDs (3 Bilder)

The Frame gibt es jetzt in noch mehr Größen, alle zeigen 4K-Auflösung, der 32-Zöller darf man wahlweise dauerhaft hochkant betreiben.
(Bild: heise online / Ulrike Kuhlmann)

Neu nach Europa kommt Sero: Ein TV-Schirm, der sich ins Hochformat drehen lässt. Samsung hatte den Sero bereits im April 2019 in Korea vorgestellt. Gedacht ist der Drehschirm für die Wiedergabe von hochformatigen Videos auf Instagram & Co. oder vom Smartphone.

Hinweis: Samsung hat die Reisekosten der Autorin zur CES übernommen. (uk)