Rainbow Six Siege: Ubisoft verklagt DDoS-for-hire-Dienst SNG.ONE

Ubisoft hat Klage gegen die Betreiber von SNG.ONE eingereicht. Über den Dienst sollen DDoS-Angriffe auf Rainbow-Six-Siege-Server gefahren worden sein.

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(Bild: Ubisoft)

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Ubisoft wirft dem DDoS-for-hire-Anbieter SNG.One vor, Abonnenten ihres Dienstes wissentlich darin unterstützt zu haben, DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) gegen Rainbow-Six-Siege-Server vorzunehmen. Das geht aus der Klageschrift hervor, die Ubisoft auf Scribd veröffentlicht hat. Durch die Angriffe auf die Spieleserver sei es zu massiven Störungen des Gameplays bis hin zum Ausfall gekommen. Ubisoft fordert vor dem US-Bezirksgericht Kalifornien ein Ende des Dienstes von SNG.ONE sowie Schadenersatz.

Nach Angaben von SNG.ONE diene der Dienst dazu, dass Kunden Penetrations-Tests auf ihre eigenen Server durchführen können, um damit zu testen, inwieweit ihre Server einer DDoS-Attacke widerstehen. Abonnenten von SNG.ONE sollen den Dienst nach Informationen aus der veröffentlichten Klageschrift aber dazu missbraucht haben, Angriffe auf die Server von Ubisoft zu verüben. Dabei habe vorab keine Kontrolle stattgefunden, ob die Abonnenten überhaupt über eine Berechtigung für einen solchen Stresstest auf die Spiele-Server verfügten.

Ubisoft sieht es als erwiesen an, dass SNG.ONE bewusst war, dass der Dienst zu illegalen Attacken missbraucht wurde. So soll SNG.ONE gezielt Werbung für ihren Dienst bei Spielern von Rainbow Six Siege (R6S) betrieben haben, heißt es in der Klageschrift. Wie Ubisoft weiter ausführt, hätten die Betreiber versucht, "Beweise für ihre Beteiligung zu verschleiern". In diesem Zusammenhang veröffentlichten sie eine fiktive Beschlagnahmungsmitteilung auf ihrer Website, auf der sie behaupteten, Ubisoft und Microsoft hätten SNG.ONE im Rahmen der ausgedachten Operation "(D)DoS OFF" beschlagnahmt. Außerdem hätten sich die Angeklagten über die Sicherheitsbemühungen Ubisofts auf Twitter lustig gemacht, berichtet die Spiele-Website Polygon. Der Tweet ist mittlerweile nicht mehr verfügbar.

Ubisoft will nun die Abschaltung des Dienstes von SNG.ONE gerichtlich erwirken. Außerdem fordert das Unternehmen Schadenersatz.

Ubisoft sieht sich seit geraumer Zeit DDoS-Attacken auf seine R6S-Server ausgesetzt. Im September 2019 hatte das Unternehmen dagegen einen Maßnahmenkatalog aufgestellt. Neben der technischen Bereitstellung eigener Server für jede Mehrspieler-Partie von Rainbow Six Siege, will Ubisoft verstärkt Unterlassungsaufforderungen an DDoS-Anbieter versenden und auftraggebende Spieler lebenslang von der eigenen Plattfom verbannen. Nach Angaben von Ubisoft seien die Attacken nach Umsetzung erster Maßnahmen bereits um 93 Prozent zurückgegangen. (kim)