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Rakuten TV expandiert in 30 Länder, Partnerschaft mit TV-Herstellern geschlossen

Rakuten TV verfolgt mit der Expansion in 30 europäische Märkte und einer Rakuten-TV-Taste auf Fernbedienungen namhafter Smart-TV-Hersteller ehrgeizige Pläne.

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Rakuten TV expandiert in 30 Länder, Partnerschaften mit TV-Herstellern geschlossen

Die deutsche Website von Rakuten TV

Der Video-Streaming-Dienst Rakuten TV, vormals Wuaki.tv, expandiert. Ab Sommer 2019 will der Anbieter in 42 europäischen Ländern vertreten sein, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Bisher ist Rakuten TV in zwölf Märkten aktiv, darunter Spanien, Deutschland, Frankreich, Italien und das Vereinigte Königreich. Jetzt sollen Länder wie Schweden und Polen hinzukommen. Für 2020 ist eine Expansion in weitere Länder geplant. Gleichzeitig hat Rakuten TV Partnerschaften mit namhaften TV-Herstellern geschlossen, um die Bekanntheit des Dienstes und die Nutzerzahlen zu steigern.

Auf TV-Geräten von Samsung, LG Electronics, Philips und Hisense soll der Video-Dienst künftig über eine eigene Taste auf den Fernbedienungen von Smart-TVs abrufbar sein. Diesen Weg hatten bereits Netflix und Amazon Prime Video beschritten, die auf Fernbedienungen einiger TV-Anbieter ebenfalls eine Taste zum direkten Aufruf ihrer Video-Streaming-Dienste platzieren konnten. Über die Summe, die Rakuten TV dafür ausgeben musste, schweigt das Unternehmen. Es soll sich bei der Aktion aber um ein langfristiges Engagement handeln, und nicht nur um einen kurzfristigen Marketing-Gag, heißt es.

Die Pläne von Rakuten TV mit der Expansion und dem vermutlich kostspieligen Einkauf auf den Fernbedienungen der TV-Hersteller ist groß: "Unser Ziel ist, Rakuten TV zur ersten Adresse für Smart-TV-Nutzer zu machen", sagte Jacinto Roca, Gründer und Geschäftsführer von Rakuten TV, bei der Präsentation. Und verwies zusätzlich darauf, dass Rakuten TV den umfangreichsten Katalog an 4K-Filmen in den neuen Märkten anbieten wolle. Später wolle man das Streaming sogar in 8K-Auflösung ermöglichen. Nach Angaben von Sidharth Jayant, TV-Manager bei Rakuten TV, soll dies ab dem zweiten Halbjahr 2019 zusammen mit Partnern aus der TV-Branche vorangetrieben werden.

Zur Umsetzung der ehrgeizigen Pläne ist es aber noch ein weiter Weg. Rakuten TV konkurriert mit Branchengrößen wie Netflix und Amazon Prime Video. Beide bieten ihre Streaming-Dienste allerdings im Abo an. Rakuten TV setzt dagegen derzeit allein auf den Verleih und Verkauf einzelner Filme, ähnlich wie es (derzeit noch) bei Apple mit iTunes der Fall ist. Außerdem stehen bereits andere Branchengrößen wie Disney und WarnerMedia in den Startlöchern. Disney und WarnerMedia peilen den Start ihrer Streaming-Dienste gegen Ende 2019 an. Beide Unternehmen dürften für Rakuten TV eine mächtige Konkurrenz darstellen, denn sie besitzen die Rechte an vielen Serien und Filmen. Rakuten TV ist dagegen auf die Lizenzierung für den Verleih und Verkauf von Serien und Filmen auf Studios und weitere Inhalteanbieter angewiesen und entsprechend von ihnen abhängig.

Rakuten TV ist aus dem spanischen Vorgänger Wuaki.tv hervorgegangen. Der japanische Online-Händler Rakuten hatte den Video-Streaming-Service aufgekauft. Seit Mitte 2017 ist der Dienst unter dem Namen Rakuten TV tätig. Rakuten heißt aus dem Japanischen übersetzt "Optimismus". (olb)