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Ransomware-Virus legt Krankenhaus lahm

Ein Computervirus hat die IT des Lukaskrankenhauses in Neuss infiziert. Patientendaten sollen dank Backup in Sicherheit sein. Zwei weitere Kliniken sollen auch befallen sein.

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Ransomware-Virus legt Krankenhaus lahm

(Bild: heise Security)

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Ein als Anhang einer E-Mail verschickter Virus hat sich als hartnäckig resistenter IT-Schädling im Neusser Lukaskrankenhaus eingeschlichen. Das Krankenhaus ist derzeit nur eingeschränkt funktionsfähig, weil viele Systeme heruntergefahren wurden. Der Schädling verschlüsselt alle erreichbaren Daten und ist eine Ransomware wie TeslaCrypt 2.0. Der Schaden soll sich in Grenzen halten, da das Krankenhaus über ein zeitnahes Backup verfügt, wie der WDR berichtet.

Nach Darstellung des Rundfunksenders soll ein "unbewusst angeklickter" Anhang einer E-Mail Auslöser des Schadens sein. Aufgrund der Virusinfektion mussten in Neuss mehrere Operationen verschoben werden. Wie das Lukaskrankenhaus betont, seien die Patientendaten sicher, da sie nur verschlüsselt gespeichert wurden. Auch gebe es zeitnahe Backups, die kurz vor Schadenseintritt am vergangenen Mittwoch durchgeführt worden seien.

Nach Angaben der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung sind britische Antivirus-Spezialisten dabei, den Virus zu bekämpfen und die IT-Systeme des Krankenhauses nach und nach wieder hochzufahren. Auch zwei andere Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen sollen sich den Virus eingefangen, den Vorfall aber nicht öffentlich gemacht haben.

Die Virus-Infektion der Krankenhaustechnik kann im Lichte des IT-Sicherheitsgesetzes gesehen werden, laut dem kritische Infrastrukturen melden müssen, wenn sie einen IT-Schadensfall haben. Im Unterschied zu anderen Sektoren sind die Meldungs-Schwellenwerte für kritische Fälle im Gesundheitswesen noch nicht definiert worden.

Dennis Schirrmacher erläutert, wie man sich vor Verschlüsselungstrojanern schützt.

(Detlef Borchers) / (vbr)

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