Menü

Raspberry Pi 4: Zukünftige Board-Revision soll Probleme mit USB-C-Kabeln lösen

Die USB-C-Buchse auf dem Raspberry Pi 4 entspricht nicht der Spezifikation, daher verweigern bestimmte USB-C-Kabel den Dienst.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 173 Beiträge

(Bild: c't/Christof Windeck)

Von

Eigentlich stellt der Raspberry Pi 4 gegenüber dem 3 Model B+ eine rundum gelungene Weiterentwicklung dar. Lediglich ein Umstand trübt das Bild: Die USB-C-Buchse entspricht nicht der USB-Spezifikation, was zu einer Einschränkung bei der Stromversorgung führt.

Der Raspberry Pi 4 lässt sich nicht mit Kabeln betreiben, die einen sogenannten E-Marker-Chip nutzen. Diese finden sich vorwiegend bei stärkeren Netzteilen wieder, zum Beispiel von Notebooks. Apple legt seinen Macbooks seit 2016 entsprechende Kabel bei. Der E-Marker übernimmt die Aushandlung des Betriebsmodus.

Der Blogger Tyler Ward hat den Schaltplan des Raspberry Pi 4 mit der USB-Spezifikation verglichen. Dabei fiel auf, dass sich zwei Pins einen 5.100-Ohm-Widerstand teilen, statt jeweils einen eigenen zu nutzen. Als Folge erkennt der E-Marker den Einplatinencomputer als Audio-Gerät, das nicht mit Energie versorgt werden muss. "Passive" USB-C-Kabel ohne den Chip, wie sie zum Beispiel Smartphones beiliegen, funktionieren am Raspberry Pi 4 tadellos.

Das Problem konnte heise online reproduzieren. Das verwendete Netzteil ist irrelevant, es kommt einzig auf die Kabel an: Ein Macbook-Netzteil mit einem USB-C-Kabel ohne E-Marker funktioniert am Raspberry Pi 4, ein Smartphone-Netzteil mit "schlauem" Kabel hingegen nicht.

Der Google-Ingenieur Benson Leung schreibt zur Thematik, dass die USB-Spezifikation nicht bloß eine Richtlinie darstelle, sondern verpflichtend sei. Hersteller sollten den Schaltplan der Typ-C-Buchse exakt kopieren, um als USB-konform zu gelten.

Die Webseite Techrepublic zitiert Eben Upton, Mitgründer der Raspberry Pi Foundation, der den Fehler zugibt und eine neue Boardrevision mit einem USB-konformen Typ-C-Stecker in Aussicht stellt. Gegenüber Arstechnica kündigte der Hersteller eine Neuauflage innerhalb der kommenden Monate an. (mma)