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Raspberry-Pi-Konkurrent mit Intel-CPU für Windows und Linux

Radxa Rock Pi X mit Intel Atom x5-8300

Radxa Rock Pi X mit Intel Atom x5-8300 auf der Unterseite

(Bild: Single Board Computer Database/Hackerboards.com/Radxa)

Ab 39 US-Dollar will die chinesische Firma Radxa den Rock Pi X mit dem x86-Prozessor Intel Atom x5-Z8300 verkaufen; mit 2 oder 4 GByte wirds teurer.

Das "Team Radxa" aus der chinesischen Elektronik-Metropole Shenzhen plant den x86-Einplatinencomputer Rock Pi X mit gleichem Platinenformat und ähnlichen Preisen wie ein Raspberry Pi. Mit 1 GByte RAM soll der Rock Pi X für 39 US-Dollar bestellbar sein, die Versionen mit 2 GByte (49 US-$) und 4 GByte (69 US-$) sind deutlich teurer. Ein WLAN-Modul (inklusive Bluetooth 4.2) kostet weitere 10 US-Dollar Aufpreis. Standardmäßig ist Gigabit-Ethernet an Bord.

Als Hauptprozessor dient Intels 2015 vorgestelltes System-on-Chip Atom x5-Z8300 [1] (Cherry Trail) mit vier Prozessorkernen, das in vielen Billig-Tablets zum Einsatz kam. Ein relevanter Performance-Vorteil gegenüber den vier ARM-Cortex-A72-Kernen des aktuellen Raspberry Pi 4 [2] ist nicht zu erwarten, aber der x86-Prozessor mit 1,84 GHz kann Windows 10 ausführen. Radxa hat den Rock Pi X nach eigenen Angaben genau dafür entwickelt, weil Interessenten nach einem Windows-tauglichen Einplatinencomputer fragten. Für Windows sind allerdings erfahrungsgemäß mindestens 2 GByte RAM empfehlenswert.

Optional soll es den Rock Pi X auch mit eMMC-Flash geben, standardmäßig ist nur ein MicroSD-Kartenleser vorhanden. Ein HDMI-1.4-Port liefert maximal Ultra-HD-Auflösung, dann aber nur 30 Bilder pro Sekunde.

Außer einem USB-3.0-Port (USB 3.2 Gen 1, SuperSpeed, 5 GBit/s) stehen noch drei USB-2.0-Ports bereit; SATA hat der Atom x5-Z8000 nicht. Für den Einsatz als Mini-NAS ist man beim Rock Pi X also wie beim Raspberry Pi 4 auf USB-Festplatten angewiesen.

Die beiden PCIe-2.0-Lanes werden vermutlich beide intern für Gigabit-Ethernet- und WLAN-Adapter verwendet. Eine Pfostenleiste stellt GPIO-Signale bereit und ähnelt der des Raspberry Pi. Schnittstellen wie UART und SPI gibt es nicht, wohl aber I²C.

Die Stromversorgung erfolgt per USB-Buchse, möglich ist der Anschluss eines Netzteils mit USB Power Delivery oder Quick Charge mit 5 bis 20 Volt. Als Stromversorgungscontroller (Power Management IC, PMIC) kommt ein X-Powers AXP288 [3] zum Einsatz, der grundsätzlich auch Lithium-Akkus einbinden kann; ob diese Funktion nutzbar ist, bleibt offen.

Einen Liefertermin für den Rock Pi X nennt Radxa nicht; bisher gibt es bei Radxa nur eine unvollständige Wiki-Seite zu dem Produkt [4]. Die technischen Informationen zum Rock Pi X alias Radxa RS860A stammen aus der Single Board Computer Database [5], wo das Board bereits eingetragen wurde. Das Produktfoto ist als "vorläufig" gekennzeichnet. (ciw [6])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4521713

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/meldung/CES-Intel-liefert-14-nm-Atom-an-OEMs-aus-2508332.html
[2] https://www.heise.de/ct/artikel/Bastelcomputer-Raspberry-Pi-4-im-Test-4460668.html
[3] http://www.x-powers.com/en.php/Info/product_detail/article_id/60
[4] https://wiki.radxa.com/RockpiX
[5] https://www.hackerboards.com/product/383/
[6] mailto:ciw@ct.de