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Razzia gegen Telefonabzocker

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Die Masche läuft bereits seit vielen Jahren: In einschlägigen Schmuddelecken von Zeitungen, im Fernsehen und im Teletext werden erotische Angebote unter normalen Festnetznummern beworben. Wer dort anruft, soll kräftig zahlen: Der Anbieter wertet die Rufnummernübertragung aus und stellt den Anschlussinhaber fest. Üblicherweise funktioniert das per Reverssuche auf Telefonbuch-CDs oder mit Rückrufen, bei denen unter einem Vorwand die Adresse erfragt wird. Ähnliche Maschen wurden auch per Internet beziehungsweise rechtswidrige Dialer versucht.

Für den unfreiwilligen Kunden folgte eine saftige Rechnung über üblicherweise 65,95 Euro für ein angebliches Monats-Abonnement einschlägiger Telefondienstleistungen. Wer nicht bezahlt, wird mit Schreiben unseriöser Inkassobüros massiv unter Druck gesetzt. Die Initiatoren setzen darauf, dass viele Opfer aus Scham oder Angst vor einem Prozess zahlen.

Hinter diesem lukrativen Geschäft steckt eine Firma aus dem Hamburger Stadtteil Hammerbrook mit dem dänischen Geschäftsführer Kim S. Der Staatsanwaltschaft liegen inzwischen über 900 Strafanzeigen wegen des Verdachts des Betruges vor; die ältesten Fälle datieren aus dem Oktober 2002.

Die Durchsuchungsbeschlüsse richteten sich gegen die von der Polizei nicht namentlich genannte Firma sowie gegen Anwaltskanzleien und Inkassobüros, die mit dieser zusammenarbeiteten. Die Ermittlungsbehörden beschlagnahmten Unterlagen und Computer. Die Auswertung werde viel Zeit in Anspruch nehmen, teilte die Hamburger Polizei heute mit. Bislang sei die Zahl der Betroffenen und die Höhe des Schadens noch nicht abzuschätzen. (uma)

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