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Reaktion auf Gewaltvideos: Facebook erweitert sein Prüfteam

Facebook will im Laufe eines Jahres 3000 neue Mitarbeiter einstellen, die von Nutzern gemeldete Inhalte kontrollieren. In der Vergangenheit waren immer wieder verstörende Videos zu sehen gewesen, die Facebook erst spät entfernt hat.

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(Bild: dpa, Stephan Jansen)

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Immer wieder sorgen verstörende (Live-)Videos bei Facebook für Empörung. Nun hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg angekündigt, im Laufe eines Jahres 3000 neue Mitarbeiter einzustellen. Sie sollen die von den Nutzern gemeldeten Inhalte prüfen. Derzeit sind mit dieser Aufgabe gut 4500 Kontrolleure betraut, die "Millionen Hinweise pro Woche" erhalten. Die zusätzlichen Prüfer sollen auch Hinweisen auf andere Probleme wie Hassrede nachgehen.

Zuckerberg versprach in seinem langen Facebook-Eintrag auch, dass es es einfacher werden soll, Videos mit verstörenden Inhalten zu melden. So können die Kontrolleure schneller reagieren und Videos gegebenenfalls offline nehmen. Facebook hat bereits zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, auf Nutzer hinzuweisen, die bei Livestreams Anzeichen für Selbstmordgedanken zeigen. Vergangene Woche sei nach einem solchen Hinweis die Polizei alarmiert worden und habe einen Nutzer gestoppt, bevor er sich etwas antun konnte, hob Zuckerberg als positives Beispiel hervor. "In anderen Fällen hatten wir weniger Glück", räumte er ein.

Mit der massiven Aufstockung des Prüfteams reagiert Facebook auf massive Kritik, nachdem mehrfach Videos mit Gewalttaten stundenlang auf der Plattform blieben. Erst filmte ein Amerikaner, wie er einen Passanten erschoss. Dann übertrug ein Mann in Thailand live bei Facebook, wie er seine Tochter tötete, und brachte sich dann selbst um. Erst nach knapp 24 Stunden entfernte Facebook die Videos des Thaiänders, die bis dahin über 370.000 Mal angesehen worden waren. "Wenn wir eine sichere Gemeinschaft aufbauen wollen, müssen wir schnell reagieren", schrieb Zuckerberg in seiner Erklärung. (Mit Material der dpa.) / (dbe)