Menü

Rechtsanwaltspostfach: beA wechselt den Betreiber

Die Bietergemeinschaft Westernacher/Rockenstein erhält den Zuschlag für Weiterentwicklung, Betrieb und Support.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 44 Beiträge
Von

Die Bietergemeinschaft Westernacher/Rockenstein hat den Zuschlag für Weiterentwicklung, Betrieb und Support des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs (beA) erhalten.

Die sorgfältige Bewertung der vorliegenden Angebote auf Basis der allen Bietern mitgeteilten Wertungskriterien habe ergeben, dass die Bietergemeinschaft Westernacher/Rockenstein das nach Leistung und Preis beste Angebot abgegeben habe, heißt es in einer Mitteilung der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK). Sie hatte seit Anfang April per Ausschreibung einen neuen Betreiber für das beA gesucht. Die Verträge mit dem Dienstleister Atos laufen zum Jahresende aus.

Westernacher und Rockenstein AG entwickeln und betreiben Fachanwendungen der Justiz und der öffentlichen Verwaltung. Westernacher hat das SAFE Identitätsmanagement der Justiz und für die Notare den Standard XNotar entwickelt. Rockenstein ist ein Internet-Service-Provider mit sicheren Rechenzentren.

beA ist auch nach vielen Updates noch sehr instabil. Die Störungsdokumentation zeigt weiterhin Anmeldeprobleme bei "Lastspitzen" auf. Ein neuer Betreiber wird dieser Infrastruktur sicher gut tun. Auch die eigentliche Software weist noch viele Lücken auf. Zwar lässt sich das beA mittlerweile auf Terminalservern betreiben, aber eine Exportschnittstelle für Kanzleisoftware fehlt weiterhin. So obliegt es weiterhin den Rechtsanwälten, jede Nachricht, die nach dreimonatiger Aufbewahrung automatisch in den Papierkorb verschoben wird, von Hand und einzeln zu exportieren. Allerdings wird dabei eine fehlerhafte Signatur erstellt, ein erheblicher Fehler, zu dem sich die BRAK bisher nicht geäußert hat.

Sehr schnell hat sich ein einfacher Workaround herumgesprochen. Der Rechtsanwalt muss seine Nachrichten nur aus dem Papierkorb zurück in einen anderen Ordner verschieben, schon beginnt die Dreimonatsfrist erneut. (vowe)