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Rechtsradikale: Propaganda per App und QR-Code

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Mit dem Handy QR-Codes scannen, um ohne Tipparbeit auf eine Webseite zu gelangen, liegt im Trend. Das haben auch Rechtsextreme erkannt und versuchen neuerdings neugierige Kinder oder Jugendliche auch über solche Codes auf ihre Seiten zu locken, warnt die Organisation Jugendschutz.net im Rechtsextremismus-Jahresbericht 2012. Die QR-Codes würden sowohl auf Webseiten und in Profilen sozialer Netzwerke als auch auf Flyern oder Aufklebern gestreut. Neu sei auch das Phänomen rechtsextremer Apps. Im Netz kursierten mehrere ausländische Versionen solcher Anwendungen, die strafbare Symbole oder neonazistisches Gedankengut enthielten.

Die Zahl rechtsextremer Angebote im Netz steigt insgesamt stark an: 2012 fanden die Jugendschützer 5500 rechtsextreme Offerten im Netz, 2011 waren es erst 3700. Auffallend sei auch die wachsende Zahl rechtsextremer Angebote auf Twitter. Neu identifiziert hat Jugendschutz.net auch eine Strömung, die sich mit Slogans wie "0 % Rassismus" plakativ von klassischen Neonazis abgrenzt und nationalsozialistisch geprägte Begriffe vermeidet. Bei den sogenannten Identitären sei der rechtsextreme Bezug häufig erst auf den zweiten Blick erkennbar. In sozialen Netzwerken nutzten sie als Stilelemente Fotos von jungen Menschen, Videos von Aktionen und modern gestaltete Werbegrafiken.

Über stylische Blogs versuchen den Angaben zufolge Seiten wie Verdictum, Pinselstriche oder Mauerblümchen, rechtes Gedankengut als zeitgemäße Alternative zum demokratischen System darzustellen. Vermittelt würden dabei rassistische und demokratiefeindliche Botschaften sowie Hetze gegen eine pluralistische Gesellschaft, Staat und Verfassung.

Rechte versuchen auch verstärkt, Jugendliche über islamfeindliche Seiten anzusprechen. Hier verzeichnen die Jugendschützer zwischen 2011 und 2012 einen Anstieg um 60 Prozent von 25 auf 40 Seiten. Auf multimedialen Blogs wie Zukunftskinder und ähnlich ausgerichteten Facebook-Seiten würden Muslime pauschal verunglimpft. (jk)