Red Hat steuert Linux zum 100-Dollar-Laptop bei

Als Kooperationspartner wurde der US-amerikanische Linux-Distributor schon früher genannt. Nun hat er offiziell bekannt gegeben, ein Betriebssystem für das Gerät entwickeln zu wollen.

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Von
  • Andreas Wilkens

Der US-amerikanische Linux-Distributor Red Hat hat nun offziell seine Mitarbeit am Projekt One Laptop per Child (OLPC) bekannt gegeben. Er konzentriere sich hauptsächlich auf die Software und wolle das Betriebssystem für die Geräte entwickeln, heißt es heute in einer Mitteilung. Dabei zielt Red Hat auf die Mitwirkung der Open-Source-Gemeinde ab, die sich an Schulungen, Support, der Bereitstellung von Updates, Zertifizierungen und später an der Integration zusätzlicher Technologie beteiligen solle. Solcherlei hatte der Gründer und Chef des Media Lab am Massachusetts Institute of Technology (MIT) Nicolas Negroponte bereits zur Vorstellung des Laptops auf dem Weltgipfel der Informationsgesellschaft im November 2005 in Tunis spekuliert.

Genau vor einem Jahr wurde bekannt, dass Negroponte zusammen mit AMD die Massenproduktion von billigen, portablen Computern für Schulkinder in unterentwickelten Ländern plant. Seitdem nahm das mittlerweile offiziell von der UN unterstützte Projekt Formen an: Im Dezember wurde bekannt, dass der taiwanische Notebook-Hersteller Quanta die Produktion des OLPC-Geräts, das nicht für den freien Markt gedacht ist, übernehmen soll. Bereits im September tauchte Red Hat als Kooperationspartner des Projekts in den OLPC-Mitteilungen auf, zu denen auch Google, News Corporation und Nortel gehören sollen.

Red Hat hat nach eigenen Angaben erstmals Interesse an dem OLPC-Projekt bekundet, als Negroponte geäußert habe, dass die Notebooks mit Open-Source-Software laufen sollten. In den vergangenen Tagen kursierten anlässlich der Vorstellung des Projekts auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Berichte darüber, dass auch Apple-Chef Steve Jobs und Microsoft-Chef Bill Gates gerne Software für die Laptops bereitgestellt hätten. Inzwischen hat sich in den Köpfen von Microsoft-Verantwortlichen wie dem CTO Craig Mundie laut einem Bericht des International Herald Tribune ohnehin die Idee verfestigt, für unterentwickelte Länder seien Smartphones besser geeignet als Laptops. Diese Geräte könnten an einen Fernseher und eine Tastatur angeschlossen werden und so als vollwertige Computer dienen. (anw)