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Red Hat verlangt von Microsoft eine befriedete Zone für Open-Source-Nutzer

Red-Hat-Anwalt Mark Webbink verlangt von Microsoft das öffentliche Versprechen, keine Softwarepatente gegen Nutzer und einzelne Entwickler von Open-Source-Software anzuwenden. Die Kunden sollten aus der Diskussion um geistiges Eigentum herausgehalten werden, verlangte der Jurist laut US-Medienberichten auf der LinuxWorld in San Francisco. Für Microsoft würde das keine zusätzlichen Kosten bedeuten, während es kaum Sinn ergebe, einzelne Entwickler oder Kunden juristisch zu belangen, da sie sich die Kosten für Rechtsstreitigkeiten oder Lizenznutzungen nicht leisten könnten.

Von Microsoft selbst sind bisher allerdings keine derartige Rechtsstreitigkeiten bekannt geworden. Allerdings versuchen die Redmonder, mit Rechtssicherheit gegenüber Linux zu punkten und für eigene Produkte zu werben. Novell hält dagegen, das Linux Indemnification Program biete registrierten Kunden Haftungsfreistellung bei Klagen Dritter wegen Verstößen gegen geistiges Eigentum. Microsoft hingegen hat im Juni seinen Rechtsbeistand für Geschäftspartner erweitert.

Red Hat, das schon seit Anfang 2004 eine "erweiterte Software-Garantie" gegen Rechtsstreitigkeiten anbietet, versucht zudem mit der im Aufbau befindlichen Fedora-Stiftung jene Open-Source-Anwender weiter zu beschwichtigen, die spätestens seit dem Rechtsstreit zwischen SCO und IBM um Urheberrechte an Unix beunruhigt sind. Die Stiftung, die künftig der Entwicklergemeinde größeren Einfluss auf die Weiterentwicklung von Fedora zu geben soll, hat laut Webbink unter anderem zum Ziel, ein "Patent Commons" aufzubauen. Ein ähnliches Projekt für eine Softwarepatent-Allmende haben die Open Source Development Labs dieser Tage angekündigt.

Red Hat beabsichtigt etwa, dass die Fedora-Stiftung Anträge auf Patente von Open-Source-Entwicklern finanziell unterstützen soll, um einen "Schutzschild" aufzubauen. Weiter ist geplant, dass Urheberrechte an die Stiftung abgetreten werden können, die sich in der Folge um die Einhaltung der Lizenzrechte kümmern soll. Doch Webbink bezeichnete Softwarepatente nicht als ein großes Problem für Open Source, sondern für die gesamte Software. (anw)

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