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RedTube-Abmahner verliert Anwaltszulassung

Vor einem Jahr schickte Thomas Urmann tausenden von RedTube-Nutzern Abmahnungen, nun ist er kein Anwalt mehr, wohl aber aus anderen Gründen.

Angeblich haben mehr als 20.000 Personen Abmahnungen von Urmanns Kanzlei bekommen, weil sie Urheberrechte von Pornos verletzt haben sollen. Allerdings gelangte Urmann auf dubiosem Weg an die Nutzerdaten.

Der durch seine massenhaften Streaming Abmahnungen bekannt gewordene Anwalt Thomas Urmann hat seine Anwaltszulassung verloren. Das geht aus einer Stellungnahme der Kammer Nürnberg hervor, über die Opfer-Anwalt Tobias Röttger in seinem Blog berichtet: "Da der Ex-Kollge Thomas Urmann nicht mehr zur Rechtsanwaltschaft zugelassen und auch die Urmann & Collegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH gelöscht worden ist, hat sich das berufsrechtliche Verfahren damit erledigt."

Auf Nachfrage hat Urmann dem Magazin Welt mitgeteilt: "Ich habe meine Zulassung und die der Rechtsanwaltsgesellschaft am 3. November aus freien Stücken zurückgegeben ... Ich denke, nach einem Strafverfahren, an dem man als Angeklagter beteiligt ist, kann man meiner Meinung nach nicht mehr als Organ der Rechtspflege auftreten".

Im August wurde Urmann wegen versuchten Betruges verurteilt – allerdings ging es dabei nicht um seine Abmahnmasche, sondern um Insolvenzverschleppung. Gegen dieses Urteil will Urmann in Berufung gehen.

Abmahn-Trittbrett: Über die Pornoplattform Redtube sollen Nutzer auf geschütztes Material von Urmanns Mandantin The Archive gelangt sein.

Das Weihnachtsfest 2013 hatte Urmann angeblich über 20.000 Nutzern der Porno-Plattform RedTube verhagelt: Damals schreckten Streaming-Abmahnungen Internet-Nutzer auf. Die Beschuldigten wurden aufgefordert, eine Unterlassungserklärung abzugeben und einen Betrag von 250 Euro zu bezahlen. Bereits im April hatte ein Gericht die RedTube-Abmahnungen für unrechtmäßig erklärt. (bbe)

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