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Bundesregierung: 412 Schnellladepunkte an Bundesfernstraßen

In einem Korridor von 200 Metern entlang der Bundesfernstraßen gibt es laut Verkehrsministerium 3197 Ladepunkte; meist geht das Stromtanken dort nicht schnell.

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Ausschnitt aus der Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur, rechts oben Berlin.

(Bild: Bundesnetzagentur)

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Wer im Fernverkehr hierzulande mit einem Elektroauto unterwegs ist, muss bei längeren Fahrten nach wie vor gut planen oder zumindest recht viel Zeit haben. "In einem Korridor von 200 Metern entlang der Bundesfernstraßen gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung 3197 Ladepunkte", schreibt das Verkehrsministerium in einer heise online vorliegenden Antwort auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. 412 davon seien zum Schnellladen geeignet.

Entlang der Bundesautobahnen sind demnach innerhalb eines Raums von 500 Metern 1152 Zapfpunkte für das Stromtanken vorhanden. 901 davon seien Schnellladepunkte. Anfang August befanden sich zudem an 326 Versorgungsstätten der Firma Tank & Rast 501 Schnellladesäulen mit 858 zugehörigen Ladepunkten.

Die große Koalition will eigentlich bis 2020 "mindestens 100.000 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge zusätzlich verfügbar machen". Mindestens ein Drittel davon sollen auf schnelles Stromtanken ausgerichtet sein. Von diesem Ziel ist die Bundesregierung aber noch weit entfernt, da etwa Fördermittel nicht richtig abfließen.

Subventionen stellen verschiedene Ressorts zwar zur Verfügung, dabei ist aber der Durchblick schwierig. Im Bundesförderprogramm Ladeinfrastruktur des Verkehrsministeriums wurden bislang etwa 18.040 Ladepunkte mit einem Fördervolumen von rund 80 Millionen Euro bewilligt. Im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität hat das Ministerium nach eigenen Angaben zudem insgesamt 10.876 Ladepunkte mit einem Förderansatz von 26,5 Millionen Euro freigegeben. Wie viele davon bereits gebaut werden, bleibt aber unklar.

Im "Sofortprogramm Saubere Luft 2017-2020" stünden dem Bundeswirtschaftsministerium ferner insgesamt 176 Millionen Euro für den Aufbau von Ladepunkten "in den von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Kommunen zur Verfügung", teilt die Regierung mit. Dabei sei aber zu berücksichtigen, dass es sich um ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm zur Netzintegration von Ladeinfrastruktur und nicht um reine Investitionszuschüsse handele. Bislang habe das Ressort auch erst 98 Millionen Euro an die Kommunen ausgereicht, mit denen rund 19.000 Ladepunkte errichtet werden sollten. Die restlichen Mittel würden bis Ende 2019 abfließen, was dem Ausbau noch einmal "signifikant" Dampf mache.

Oliver Luksic, Verkehrsexperte der FDP-Fraktion, meinte, die Bundesregierung setze zwar "voll auf batteriegetriebene E-Mobilität". Da diese aber bei der Reichweite gegenüber Benzin- und besonders Diesel-Pkw hinten liege, bedürfe es eines "flächendeckenden, leistungsstarken Versorgungsnetzes". Nur mit Turbosäulen und kurzen Ladezeiten werde der Verbraucher sich für ein E-Auto entscheiden. Niemand werde auf einer Fernreise zwei Stunden Ladezeit akzeptieren. "Die Bundesregierung muss ihren Subventionsdschungel aus Kaufprämien und unterschiedlichsten Förderprogrammen zurechtstutzen und stattdessen eine übersichtliche, gezielte Förderung für die E-Ladeinfrastruktur ermöglichen", meint Luksic.

Die genannten Zahlen zur Infrastruktur für Stromtankstellen stammen wahrscheinlich aus der Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur. Zumindest verweist die Regierung auf diese als Übersichtskarte für die "Verteilung der Ladeinfrastruktur über das Bundesgebiet".




Die Bundenetzagentur veröffentlicht dort aber bewusst nur Ladepunkte, die den Anforderungen der Ladesäulenverordnung genügen. Sie will so "ein besonderes Augenmerk auf die technische Sicherheit der Anlagen" legen. Die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladesäulen in Deutschland könnte ihr zufolge "höher als hier angegeben" sein, da die Verordnung "keine lückenlose Meldung" der gesamten Infrastruktur vorschreibe.

Parallel betreibt etwa die Firma Energie Codes und Services als Tochter des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ein eigenes Ladesäulenregister im Web. Das Verkehrsministerium ließ eine Anfrage von heise online vom Donnerstag bislang unbeantwortet, aus welchen Quellen es seine Erkenntnisse gezogen habe. Der BDEW hatte sich jüngst zufrieden gezeigt mit dem Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Dieser halte "mit dem aktuellen Markthochlauf von Elektroautos mit".

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(anw)