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Regierung irritiert über Stopp des deutsch-bolivianischen Lithium-Projekts

Bolivien hatte ein Joint Venture mit der deutschen Firma ACI ohne Angabe gestoppt. Gründe dafür liegen nicht vor.

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Salar de Uyuni in Bolivien, hier werden die weltweit größten Lithium-Vorkommen vermutet.

(Bild: Anouchka Unel (Free Art Licence)

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Das Bundeswirtschaftsministerium zeigt sich nach der Annullierung eines deutsch-bolivianischen Joint Ventures zur Lithiumgewinnung irritiert. Das Gemeinschaftsprojekt zwischen der Firma ACI Systems aus Baden-Württemberg und dem bolivianischen Staatsunternehmen YLB war erst vor einem Jahr ins Leben gerufen worden, ehe die bolivianische Regierung es nach Angaben von Politikern vor Ort jüngst schon wieder für beendet erklärt hatte.

Lithium wird unter anderem zur Produktion von Batterien für Elektroautos benötigt. Es habe die Nachricht der Annullierung "mit Überraschung und Bedauern zur Kenntnis" genommen, teilte das Haus von Minister Peter Altmaier (CDU) am Mittwoch auf Anfrage mit.

Weiter hieß es: "Nachvollziehbare Gründe für diese Entscheidung sind der Bundesregierung bisher nicht bekannt." Sie stehe mit der deutschen Botschaft in Bolivien und mit der Firma ACI in Kontakt, um das weitere Vorgehen zu erörtern. ACI-Chef Wolfgang Schmutz sagte dem Spiegel, es liege ihm noch immer keine offizielle bolivianische Stellungnahme zur Annullierung des Projekts vor. "Wir geben dieses Projekt nicht einfach auf", betonte er. "Jetzt werden Lösungen gesucht und gefunden. Dazu brauchen wir auch die Unterstützung der Politik."

Das im vergangenen Dezember in Berlin vereinbarte Joint Venture des bolivianischen Staatsunternehmens YLB und ACI Systems aus Zimmern ob Rottweil zielte darauf ab, Lithium aus dem Salzsee Uyuni zu gewinnen. Dort werden die weltweit größten Lithium-Vorkommen vermutet. (anw)