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Regierung und Wahlleitung bereiten sich auf Hacker-Angriffe bei Bundestagswahl vor

Um Hacker-Angriffe bei der Bundestagswahl zu vermeiden, hat Bundestagswahlleiter Dieter Sarreither die Infrastruktur des Rechenzentrums im Verwaltungsnetz verdreifacht. Er warnt außerdem vor Falschmeldungen während der Wahl.

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Bundestag, Reichstag

(Bild: Bundestag / Axel Hartmann<br>)

Bundesregierung und Wahlleitung rechnen mit Manipulationsversuchen bei der Bundestagswahl im kommenden Herbst und treffen Gegenmaßnahmen. "Anschläge können schon lange nicht mehr nur mit Sprengstoffgürteln begangen werden, sondern auch mit Bits und Bytes per Hackerangriff", sagte Justizminister Heiko Maas (SPD) der Welt am Sonntag. Deshalb baue man gerade ein Cyber-Abwehrzentrum auf.

Auch Bundeswahlleiter Dieter Sarreither sieht die Möglichkeit gezielter Hacker-Angriffe auf sein Verwaltungsnetz während der Bundestagswahl in diesem Jahr. "Wir bereiten uns auf vielfältige Angriffsstrategien durch Cyber-Attacken vor, spielen Szenarien durch", so Sarreither in der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung . Dafür habe man die Infrastruktur des Rechenzentrums verdreifacht, könne Rechner und Standorte wechseln. Im Ernstfall werde er auch das Cyber-Abwehrzentrum der Bundesregierung nutzen. Die Bundestagswahl sei dadurch technisch so abgesichert, dass sie aus Sarreithers Sicht gegen alle Manipulationsversuche geschützt sei.

Wie konkret die Bedrohungsszenarien sind, zeigen früheren Attacken auf Bundestag und Parteien. Nach Aussage von Heiko Maas steckten russische Gruppen sowohl beim Angriff auf den Bundestag 2015 als auch hinter den Cyber-Attacken auf deutsche Parteien und Fraktionen. "Dabei sind viele Daten abgeflossen", sagte er unter Berufung auf die Erkenntnisse deutscher Sicherheitsbehörden. Im Mai 2015 waren verdächtige Aktivitäten im Computernetz des Parlaments aufgefallen. Die Angreifer konnten sich so weitreichenden Zugang verschaffen, dass die Bundestags-IT ausgetauscht werden musste.

Wahlleiter Sarreither warnte außerdem vor Falschmeldungen während der Wahlen, sogenannten "Fake News". Diese könnten nach seiner Einschätzung auch am Wahltag eine Rolle spielen – etwa wenn gemeldet würde, dass bestimmte Wahllokale geschlossen seien. Falschmeldungen am Wahltag, die den Wahlablauf stören sollen, wolle er "öffentlichkeitswirksam schnell entgegenwirken" und dazu auch soziale Medien nutzen. (acb)

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