Reise zum Mittelpunkt der Erde

Ein Wissenschaftler des California Institute of Technology hat eine Methode vorgeschlagen, um eine unbemannte Sonde ins Erdinnere zu schicken.

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Von
  • Wolfgang Stieler

David J. Stevenson vom California Institute of Technology hat eine Methode vorgeschlagen, um eine unbemannte Sonde ins Erdinnere zu schicken. Laut einem heute in der aktuellen Ausgabe des britischen Wissenschaftsmagazins Nature veröffentlichten Aufsatz (Mission to Earth's core -- a modest proposal, D. J. Stevenson, Nature, Vol. 423, S. 239) müsste man lediglich einen Riss im Erdmantel mit geschmolzenem Eisen auffüllen. Die Schwerkraft würde dann die Sonde im Inneren der Eisenblase Richtung Erdmittelpunkt treiben. Mit Hilfe von Schallwellen soll sie ihre Messergebnisse zur Erdoberfläche funken.

Soweit ganz simpel. Damit der Plan funktioniert, muss man allerdings einen ziemlich großen Riss im Erdmantel herstellen -- beispielsweise mit einer Atombombe. Dieser Riss müsste dann mit etwa 100.000 Tonnen Eisen gefüllt werden, um eine Sonde von der Größe einer Grapefruit zum Mittelpunkt der Erde zu bewegen. "Verglichen mit dem Aufwand, der in die Raumforschung gesteckt wurde, ist dieser Vorschlag moderat", schreibt Stevenson in Nature. "Die Zeit zu handeln ist gekommen." (wst)