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Rekordergebnis trotz Führungskrise bei Samsung

Beim koreanischen Elektronik-Hersteller läuft in der Führungsetage nicht alles nach Plan. Der Vizevorsitzende des Aufsichtsrats sitzt im Gefängnis, der Leiter der Halbleitersparte hört auf. Finanziell ist Samsung aber erfolgreich wie nie zuvor.

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Samsung

(Bild: dpa, Ritchie B. Tongo)

Ein Gewinn von 11,19 Billionen Südkoreanischen Won, umgerechnet 8,6 Milliarden Euro, steht für das dritte Quartal 2017 in Samsungs Büchern. Im Vergleichszeitraum des Vorjahrs lag der Gewinn noch bei 4.54 Billionen Won. Der Umsatz erreichte im letzten Quartal umgerechnet 48 Milliarden Euro. Damit gab der Konzern Geschäftszahlen bekannt, die auch für einen der großen Spieler im Elektronikgeschäft nicht alltäglich sind.

Vor allem die Sparte "Device Solutions", zu der das gesamte Halbleitergeschäft, die Displayfertigung und die Speicherproduktion gehören, konnte im Vergleich zu 2016 deutlich zulegen und erreichte einen Gewinn von 9,96 Billionen Won (rund 7,6 Milliarden Euro) vor Steuern. Im Vergleich dazu erzielte die Sparte "IT & Mobile communications", die das Handy- und Tabletgeschäft umfasst, nur 3.29 Billionen Won.

Auch der Ausblick auf die Zukunft sieht aus Sicht der Anleger gut aus: Die Geschäftsführung rechnet auch für das nächste Quartal und das Jahr 2018 mit einer großen Nachfrage nach DRAM, NAND und OLED-Displays. Vom Note 8 verspricht man sich größere Gewinne in der Mobil-Sparte – gleichzeitig profitiert man als Zulieferer aber auch von den Verkäufen anderer Handy-Hersteller.

Der finanzielle Erfolg steht im Kontrast zu den Umbrüchen in der Konzernführung. Lee Jae Yong, der Sohn des Vorsitzenden, sitzt wegen versuchter Präsidenten-Bestechung im Gefängnis und erst vor zwei Wochen gab Kwon Oh Hyun, Leiter des Halbleitergeschäfts, seinen Rückzug bekannt. In allen drei Sparten kündigte Samsung personelle Wechsel an: Die Posten der drei geschäftsführenden Direktoren werden neu besetzt. (jam)

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