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Relativ wenig tödliche Verkehrsunfälle bei Uber-Fahrten in den USA

Die Rate tödlicher Unfälle bei Uber-Beförderungen in den USA ist nur halb so groß wie im Gesamtverkehr. Das zeigt Ubers erster Sicherheitsbericht.

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Das Symbolbild zeigt ein Autowrack mit der warnenden Aufschrift "Blut", das auf einem Schrottplatz abgestellt ist.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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97 tödliche Verkehrsunfälle mit Beteiligung eines im Dienst befindlichen Uber-Wagens gab es in den letzten zwei Jahren (2017 und 2018) in den USA. Dabei sind 107 Personen ums Leben gekommen, darunter 16 Uber Chauffeure und 21 Fahrgäste die sich jeweils im Wageninneren befanden. Beim Ein- der Aussteigen wurden acht Menschen tödlich verletzt. Pro gefahrenem Kilometer gerechnet ergibt das etwa die halbe Tödlichkeitsrate des gesamten Kfz-Straßenverkehrs der USA.

Uber schneidet im Vergleich zum Gesamtverkehr sogar noch besser ab als dieser Statistikvergleich andeutet: Weil Uber hauptsächlich in Städten genutzt wird, gibt es nur wenige Fahrten auf Bundesautobahnen, die geringere Todesraten aufweisen. Das geht aus Ubers erstem Sicherheitsbericht hervor, den das Unternehmen am Donnerstag veröffentlicht hat. Mit einbezogen wurden dabei Fahrten auf dem Weg zum Fahrgast, Fahrten mit Fahrgästen an Bord sowie Unfälle beim Ein- und Aussteigen.

Uber weist darauf hin, dass die eigenen Daten nicht 1:1 mit der Gesamtverkehrsstatistik zu vergleichen sind. Außerdem hat sich Uber Sicherheitsvorteile verschafft: Chauffeure haben ein Mindestalter von 21 Jahren und müssen mindestens ein Jahr den Führerschein haben. Damit bleiben die besonders unfallträchtigen Teenager außen vor. Außerdem dürfen Uber-Chauffeure keine schlechte Unfallgeschichte aufweisen. Hinzu kommt, dass die Uber-Fahrzeuge neuer und damit tendenziell sicherer sind als das durchschnittliche US-Auto. Daten zu Verkehrsunfällen ohne Todesfolge hat Uber nicht erhoben.

Auf einzelne Fahrten umgelegt ist bei durchschnittlich jeder 21,5-millionsten Uber-Beförderung ein Todesopfer durch einen Verkehrsunfall zu beklagen. Dazu kommen noch Menschen, die durch einen gewalttätigen Angriff gestorben sind. Dabei verzeichnete Uber in den beiden Jahren 18 Vorfälle mit insgesamt 19 Toten. Acht davon waren Fahrgäste, sieben Chauffeure und 4 waren dritte Personen außerhalb des Uber-Autos. Vergleichszahlen zur Allgemeinsituation in den USA gibt es nicht.

Zudem erteilt Uber Auskunft über gemeldete sexuelle Belästigungen und Vergewaltigungen. Besondere Herausforderung war dabei, dass es bislang keine Standards oder Gewohnheiten für die Einordnung solcher Taten in Zusammenhang mit Beförderungen gab. Das Unternehmen hat sich daher gemeinsam mit dem National Sexual Violence Resource Center und dem Urban Institute erst eine Taxonomie ausgearbeitet.

"Freiwillig einen Bericht herauszugeben, der diese schwierigen Sicherheitsthemen anspricht, ist nicht einfach", gibt Ubers Chefjurist Tony West in einem Blogpost zu, "Die meisten Unternehmen sprechen nicht über Themen wie sexuelle Gewalt." Schließlich berge dies das Risiko abträglicher Schlagzeilen und öffentlicher Kritik. "Aber wir fühlen, dass es Zeit für eine neue Herangehensweise ist", schreibt West.

Zu fünf Kategorien veröffentlicht Uber konkrete Zahlen: Bei den 2,3 Milliarden US-Beförderungen der beiden Berichtsjahre sind demnach 464 Penetrationen, 507 versuchte Penetrationen und insgesamt 4.927 andere sexuelle Belästigungen dreierlei Art bekanntgeworden. Damit ist es durchschnittlich bei jeder fünfmillionsten Uber-Fahrt zu einer dieser Taten gekommen.

Fast die Hälfte der Beschuldigten waren Fahrgäste, die sich entweder am Chauffeur oder einem anderen Fahrgast vergangen haben sollen. Die Gute Nachricht ist, dass die Häufigkeit der sexuellen Taten 2018 um annähernd ein Sechstel geringer war als im Jahr davor. (ds)