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René Obermann als neuer Telekom-Chef inthronisiert [Update]

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René Obermann ist neuer Chef der Deutschen Telekom. In einer ebenso knappen Börsenpflichtmeldung wie beim Rücktritt von Kai-Uwe Ricke am gestrigen Sonntag erklärte der Telekommunikationskonzern: "Der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom hat in seiner heutigen Sitzung René Obermann mit Wirkung zum 13. November 2006 zum neuen Vorsitzenden des Vorstandes der Deutschen Telekom AG bestellt."

Der Vorstandswechsel geschah laut Angaben aus Konzernkreisen auf Druck der Bundesregierung und des Finanzinvestors Blackstone, der 4,5 Prozent des Bonner Konzern kontrolliert. Bereits am gestrigen Sonntag war klar geworden, dass T-Mobile-Chef Obermann der Wunschkandidat für die Ricke-Nachfolge war – bereits vor dem Rücktritt von Ricke soll er Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel seine Zusage gegeben haben.

Der 43-jährige Obermann wird vor allem damit zu tun haben, die Festnetzsparte T-Com wieder auf den Wachstumspfad zurückzuführen. Seit Jahresbeginn wechselten 1,5 Millionen Kunden zur Konkurrenz. Unter anderem die Probleme in der Festnetzsparte und der hohe Wettbewerbsdruck auf dem Telekom-Heimatmarkt in Deutschland hatten dazu geführt, dass Obermanns Vorgänger Ricke die Prognosen für die Jahresbilanzen 2006 und 2007 senken musste. Dies war endgültig der Anfang vom Ende: Nachdem dann auch im dritten Quartal weitere Rückgänge zu verzeichnen waren, kam es zum Eklat im Aufsichtsrat. Und das obwohl Ricke selbst bei der Vorlage der Bilanzen von einer Trendwende im Deutschlandgeschäft, unter anderem durch die neuen Bündeltarife, sprach.

[Update]:
Zumwinkel meinte mittlerweie zur Inthronisation von Obermann als Telekom-Chef: "René Obermann ist eine führungsstarke Unternehmerpersönlichkeit mit über 20jähriger Erfahrung in einer Branche, die von rasantem technologischen Wandel und permanent neuen Marktherausforderungen gekennzeichnet ist. Für Obermann haben Kundenorientierung und Service hohe Priorität. Gleichzeitig wird er das Kostenmanagement entschieden fortführen." Der Vertrag von Obermann als Telekom-Vorstandsvorsitzender hat eine Laufzeit von fünf Jahren.

Obermann selbst betonte laut dpa, er stehe vor einer einer anspruchsvollen Aufgabe: "Die Rahmenbedingungen werden in Zukunft schwierig bleiben", betonte er unter Verweis auf auf Anstrengungen der Regulierer für mehr Wettbewerb. Im technologischen Wandel lägen aber auch Chancen für die Zukunft. "Wir werden es in Zukunft nicht allen recht machen können." Man werde jeden Cent zwei Mal umdrehen müssen. Es sei ein Spagat zwischen Sparsamkeit und guter Leistung erforderlich. "Ich will, dass unsere Kunden mit unserem Unternehmen wieder rundum zufrieden sein können."

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