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Reporter ohne Grenzen: Alle fünf Tage wird ein Journalist getötet

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Anlässlich des Internationalen Tages der Pressefreiheit am heutigen 3. Mai hat die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (RoG) wieder die größten "Feinde der Pressefreiheit" benannt. Dabei verurteilte die Organisation die vielerorts zunehmende Gewalt gegen Journalisten. Laut RoG sind allein in diesem Jahr bereits 21 Journalisten und sechs Netizens oder Bürgerjournalisten getötet worden. Das bedeute einen Todesfall an jedem fünften Tag. Besonders gefährlich sei die Situation aktuell in Syrien und Somalia.

Die Situation der Pressefreiheit im globalen Vergleich, von sehr gut (weiß) bis äußerst problematisch (schwarz)

(Bild: Reporter ohne Grenzen)

Mittlerweile listet die Organisation auf ihrer Liste 41 Personen oder Gruppen auf und damit mehr als im vergangenen Jahr. Auch wenn in der Arabische Revolution Feinde der Pressefreiheit wie Muammar al-Gaddafi (Libyen) gestürzt wurden, seien bis zum aktuellen Bericht mehr neue hinzugekommen. So findet sich auf der Liste jetzt die nigerianische Terrororganisation Boko Haram, der ägyptische Militärrat und der somalische Informationsminister Abdulkadir Hussein Mohamed. Dazu kommen Vasif Talibov, das Oberhaupt der aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan, die pakistanischen Geheimdienste und der neue nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un.

Erneut finden sich unter den "Feinden der Pressefreiheit" auch die Staatsoberhäupter von China, Russland, Weißrussland, verschiedener afrikanischer, zentralasiatischer und arabischer Staaten. Als positiv hebt Reporter ohne Grenzen dagegen die Entwicklungen in Myanmar, dem früheren Burma sowie Kolumbien hervor. Die von der Liste genommen kolumbianische Rebellenorganisation FARC werde aktuell genau beobachtet, genauso wie Thein Sein, der Präsident von Myanmar der sich aber noch auf der Liste findet.

Das Logo der diesjährigen Liste

(Bild: Joel Guenoun/Reporter ohne Grenzen)

Besonderen Respekt zollt die Organisation den Bürgerjournalisten, die in wachsender Zahl aus Kriegen berichten und dafür einen hohen Preis bezahlt hätten. Sie seien die letzte Bastion der Freiheit, wenn Regierungen die Opposition beseitigen wollen, ohne dass die Welt dabei zusieht. Auch Kameraleute und Nachrichtenfotografen seien ein häufig das Ziel von Regimen, die nur zu gut verstehen würden, welche Macht Bilder haben.

Zum Schluss plädiert Reporter ohne Grenzen dafür, dass Nachrichtenmedien eine Diskussion darüber beginnen sollen, wie Quellen und Interviewpartner besser geschützt werden können. Darüber hinaus müssten Regierungen weltweit dazu aufgefordert werden Journalisten effektiv zu schützen. (mho)