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Reporter ohne Grenzen begehen Tag der Pressefreiheit in Berlin

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Die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen plant zum Tag der Pressefreiheit am morgigen 3. Mai einen Trauerzug im Berliner Zentrum. Zehn Särge sollen dabei für die Länder stehen, in denen die meisten Journalisten auf der Welt ums Leben kamen. Im vergangenen Jahr seien es insgesamt 82 gewesen, in diesem bereits 24, teilt die Organisation heute mit. Vorstandssprecher Michael Rediske weist auf Gefahren für kritische Berichterstatter vor allem im Irak hin, aber auch auf den Philippinen, in Mexiko, Russland und Kolumbien. Zum Gedenken an die im vergangenen November ermordete russische Journalistin Anna Politkowskaja soll der Zug vor der russischen Botschaft beginnen und zum Reichstag führen.

Morgen will Reporter ohne Grenzen außerdem seine neueste Liste der 34 "größten Feinde der Pressefreiheit" vorstellen. Zu ihnen zählt die Organisation Russlands Präsident Wladimir Putin, Tunesiens Staatschef Ben-Ali, Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko, Kubas Staatschef Fidel Castro und seinen Vertreter Raul Castro, islamistische Gruppen im Irak und Afghanistan sowie Paramilitärs in Kolumbien. Neu hinzugekommen sind in diesem Jahr die Präsidenten von Laos und Aserbaidschan sowie mexikanische Drogenkartelle, die für die Morde an mehreren Journalisten verantwortlich sind. Nach Ende des nepalesischen Bürgerkrieges wurde der König Nepals und der nepalesische Maoistenführer von der Liste gestrichen. (anw)