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Rettungsroboter Centauro verbindet Pferd und Mensch

Der teilautonome Roboter Centauro lässt die mythischen Zentauren zum Leben erwachen. Künftig könnte er Leben retten.

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Rettungsroboter Centauro verbindet Pferd und Mensch

Bei der Darpa Robotics Challenge, einem Wettbewerb für Rettungsroboter, sorgte das Team NimbRo von der Universität Bonn bereits vor drei Jahren für einiges Aufsehen, als es mit einem Roboter, der wahlweise fahren oder laufen kann, Platz vier in der Gesamtwertung erreichte und damit als bester europäischer Teilnehmer abschnitt. Das Roboterdesign, das von der Figur der Zentauren aus der griechischen Mythologie inspiriert ist, wurde seitdem im Rahmen eines EU-Projekts weiterentwickelt, das jetzt kurz vor dem Abschluss steht.

Während der vierbeinige Roboter mit humanoidem, zweiarmigem Oberkörper bei der Darpa Robotics Challenge zunächst unter dem Namen Momaro (Mobile Manipulation Robot) antrat, läuft das EU-Projekt unter dem passenden Titel Centauro. Neben dem Roboter selbst ist die Kontrollstation entscheidend, die dem menschlichen Operator eine umfassende Telepräsenz ermöglichen soll: Während die Fortbewegung über Fußpedale gesteuert wird, ermöglicht ein Exoskelett für Arme, Handgelenke und Finger die genaue Kontrolle von Greifbewegungen. Ein Head-Mounted Display visualisiert die Daten der Kameras und vermittelt dem Operator das Gefühl, selbst vor Ort im Einsatzgebiet zu sein. Unterstützt wird er durch autonome Funktionen des Roboters bei Routineaufgaben der Navigation und Manipulation.

Einen Eindruck von den Fähigkeiten des Roboters vermittelt ein jetzt veröffentlichtes Video des IIT (Italian Institute of Technology), wo er gebaut wurde. Die neueste Version ist 93 Kilogramm schwer und kann sich bis zu einer Größe von 150 Zentimetern aufrichten. Die beiden 10,5 Kilogramm schweren Arme sollen jeweils bis zu 11 Kilogramm tragen können. Im Video trägt der Roboter, der über keinen Greifer verfügt, einen 6 Kilogramm schweren Betonklotz, indem er ihn zwischen beide Arme presst. Außerdem durchschlägt er in einem karatemäßigen Bruchtest eine (allerdings recht dünne) Holzlatte.

Gegenüber Momaro seien Kraft und Manipulationsmöglichkeiten der Arme erhöht worden, sagte Nikos Tsagarakis, der den Bau am IIT geleitet hat, der Zeitschrift IEEE Spectrum. Auch die Kinematik der Beine sei verbessert worden und erlaube eine flexiblere Anpassung der Räderausrichtung ans Gelände. Noch im Laufe dieses Jahres soll bei Tests im freien Gelände demonstriert werden, wie Centauro sich über Trümmerhaufen bewegt und sich bei Manipulationsaufgaben ähnlich denen der Darpa Robotics Challenge bewährt. (mho)

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