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"Revenge Porn": Webseitenbetreiber zu Schadenersatz verurteilt

Auf Revenge-Porn-Seiten werden explizite Fotos ohne Einwilligung der abgebildeten Personen gepostet. Die Betreiber der Website "U got posted" müssen jetzt einer dort bloßgestellten Frau 385.000 US-Dollar Schadenersatz zahlen.

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Die beiden Betreiber der inzwischen vom Netz genommenen Revenge-Porn-Website U got posted wurden von einem US-Bundesgericht zu einem Schadenersatz von 385.000 US-Dollar (aktuell rund 276.000 Euro) verurteilt. Das Geld müssen sie an die Klägerin zahlen, von der offenbar ohne ihr Einverständnis sexuell explizite Bilder auf der Seite gepostet wurden.

Die Klägerin soll zum Zeitpunkt der Aufnahmen noch minderjährig gewesen sein, wie ihr Anwalt in einem Blogbeitrag mitteilte. Dementsprechend stufte das Gericht die Aufnahmen in zwei Fällen als Kinderpornographie ein, was maßgeblich zur Höhe des Schadenersatzes beitrug. Zudem ist es den Angeklagten verboten, jemals wieder Bilder der Klägerin zu veröffentlichen. Einer der beiden Männer wurde bereits im Dezember 2013 wegen eines anderen Falls mit Bezug auf U got posted verhaftet und unter anderem wegen Identitätsdiebstahl angeklagt, wie ars technica meldete.

Bei Revenge porn, zu deutsch etwa Rache-Pornos, handelt es sich um explizite Bilder oder Videos, die ohne Einwilligung der gezeigten Personen veröffentlicht werden. Die Aufnahmen stammen zum Beispiel von Ex-Partnern, die sich rächen wollen, oder Hackern, die sich auf infiltrierten Rechnern privater Dateien bemächtigt haben. In den USA sorgte unter anderem die nicht mehr in Betrieb befindliche Website isanyoneup.com für großes Aufsehen, deren Betreiber Anfang des Jahres angeklagt wurde, unter anderem wegen Identitätsdiebstahl und unautorisiertem Zugriff auf fremde Rechner. (axk)