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"Revolve-Wheel": Der zusammenklappbare Reifen

Klappräder und Rollstühle neben viel Platz weg – wegen ihrer großen Reifen. Ein Erfinder will das ändern.

Reifen ganz klein gemacht

(Bild: Andrea Mocellin)

Das Revolve-Wheel des in Deutschland lebenden italienischen Fahrzeuggestalters Andrea Mocellin soll sich fahren lassen wie ein vollwertiger Reifen, kann aber auf 60 Prozent seiner größe zusammengeklappt werden. Dazu dient eine neuartige Mechanik, die an einen Automatikregenschirm erinnert, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Das Falt-Rad"). "Ich wollte etwas komplett Neues schaffen", sagt Mocellin. Ein Reifen passe so in einen Rucksack, einen Koffer oder gar die Gepäckablage in einem Flugzeug.

Die Klappmechanik des Revolve-Wheel besteht aus Aluminium sowie Edelstahl und funktioniert scherenartig auf Knopfdruck. Eine Dämpfungsmechanik verbessert das Handling. Der Mechanismus soll mit keinerlei Stabilitätseinbußen verbunden sein, als Bereifung muss allerdings Vollgummi dienen, damit die Räder während des "Umbaus" nicht platzen können. Der Komfort soll laut Mocellin trotzdem nicht leiden, zudem sind die Reifen "puncture-proof", Gläser oder Nägel können ihnen also nichts anhaben. Die Technik sei zwar nicht geeignet für ein flottes Rennrad, für ein normales, alltagstaugliches Citybike aber völlig ausreichend, sagt Mocellin.

Von dem Erfinder aktuell erwogene Anwendungsbereiche sind etwa kompakte Falträder, die nicht auf die Bequemlichkeit und Sicherheit ausgewachsener Laufräder verzichten müssen. Zudem wären neuartige Rollstühle denkbar, die sich deutlich platzsparender transportieren lassen, denn diese passen aufgrund ihrer großen Haupträder aktuell nur schwer in einen Kleinwagen. Hier habe er schon viel positives Feedback erhalten, sagt der Fahrzeugdesigner. Ein mit Revolve-Wheel ausgestatteter Rolli leiste soviel wie ein traditioneller Rollstuhl, so Mocellin, bei deutlich geringerem Platzaufwand. Derzeit sucht Mocellin nach Investoren, um die Produktion zu starten. Alternativ sei auch denkbar, ein Abkommen mit einem Lizenznehmer zu schließen, der den Reifen dann selbst auf den Markt bringt und bewirbt.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

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