Menü

Richard Stallman kritisiert Berner Übereinkunft zum Urheberrecht

Die Schweizer Parlamentariergruppe "Digitale Nachhaltigkeit" hat sich für ihren Protest gegen die Berner Übereinkunft (PDF-Datei) zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst prominente Unterstützung geholt. Richard Stallman, Vordenker der Free Software Foundation, werde am kommenden Donnerstag, 11. Februar, um 10 Uhr in der Aula der Universität Bern einen Vortrag über das Copyright halten (Die Teilnahme erfordert eine Anmeldung). Anschließend werde er mit anderen Demonstranten zum Unteren Waisenhausplatz ziehen und dort eine Kundgebung halten, heißt es in einer Mitteilung der Parlamentariergruppe.

Demnach sagte Stallman: "Das bestehende Urheberrecht macht einige Stars sehr reich, unterstützt einen kleinen Teil der Künstler adäquat und ist ein elendes Versagen für den Rest." Das Urheberrecht unterstütze Großunternehmen und die Musikindustrie, nun gingen sie so weit, Filesharing zu verbieten. "Es ist ein System, das unsere Freiheiten attackiert, damit es unser Geld verschwenden kann. Neue Methoden können die meisten Künstler besser stellen und gleichzeitig unsere Freiheit respektieren. Nur die Urheberrechtsindustrie wird verlieren."

Die Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit besteht aus Nationalräten der Parteien CVP, SP, FDP, EVP, GLP und der Grünen. Sie ist im vergangenen Jahr unter anderem durch ihre Unterstützung für Open-Source-Software in Erscheinung getreten. Die 1886 in Bern angenommene, später revidierte internationale Übereinkunft regelt unter anderem den Schutz der Werke von Bürgern unter den Vertragspartnern. Nationalrätin Edith Graf-Litscher von der SP meint, das derzeitige Urheberrecht sei kein fairer Ausgleich zwischen Öffentlichkeit und Urhebern. "Der Austausch von Wissen wird einseitig zugunsten der Urheber gehemmt. Und das, obwohl die meisten Urheber in ihren Werken andere Werke verwenden." (anw)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige