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Ricke baut Telekom-Konzern um

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Der Vorstand der Deutschen Telekom hat nach Informationen des Handelsblatts nun doch einen Konzernumbau beschlossen. Die Zahl der Sparten solle von vier auf fünf steigen, schreibt die Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe unter Berufung auf Unternehmenskreise. Der Vorstand werde dagegen von sieben auf sechs Mitglieder schrumpfen. Mit diesem Schritt wolle Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke die Probleme lösen, die Rivalitäten zwischen den Unternehmensbereichen Festnetz, Mobilfunk, Internet und IT-Dienste mit sich bringen. Zu diesen Sparten soll neuerdings der Bereich Flächenbetriebe kommen, in dem die Betreuung von Geschäftskunden gebündelt werde.

Hintergrund sei, dass in der bisherigen Struktur die Sparten weitgehend unabhängig voneinander geführt würden. "Die Säulen agieren sehr unkoordiniert, zum Schaden des Gesamtunternehmens", zitiert die Zeitung einen führenden Manager. Die neue Struktur, die 2005 gelten solle, werde dies beheben.

In die Sparte Flächenbetriebe sollen Teile von T-Com und T-Systems eingehen und Marktanteile bei kleinen und mittleren Unternehmen zurückgewinnen. Für T-Com bleibe das Privatkundengeschäft übrig. Dem Bericht zufolge sei es wenig wahrscheinlich, dass T-Online-Chef Thomas Holtrop im Konzernvorstand bleibe.

Der Konzernumbau, den Ricke am Dienstagabend Führungskräften vorgestellt habe, heize nun erneut die Spekulationen über einen Rückkauf der börsennotierten Tochter T-Online an, schreibt die Zeitung. Derzeit sei das kein Thema, sagte der Konzernchef in den vergangenen Wochen zwar immer wieder. Nach Angaben aus dem Unternehmensumfeld sei ein solcher Schritt auf mittlere Sicht hin aber sehr wahrscheinlich. Noch Mitte Mai hatte Ricke bestritten einen Konzernumbau zu planen. (tol)